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20. Februar 2015, 11:02 Uhr

Betreuung im Westen

Recht auf Kitaplatz lässt Quote steigen

Immer mehr Kinder unter drei Jahren gehen in Westdeutschland in eine Krippe: In einem Drittel der Kreise und Städte lag die Betreuungsquote laut dem Statistischen Bundesamt bei mindestens 30 Prozent.

Wiesbaden - Der Westen holt auf: Immer mehr Kleinkinder unter drei Jahren besuchen laut aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden eine Kindertagesstätte. In den alten Bundesländern wurden zum Stichtag 1. März 2014 deutlich mehr Kinder unter drei Jahren in einer Tageseinrichtung oder Tagespflege betreut als vor Inkrafttreten des Gesetzes.

Seit August 2013 gilt für Kinder mit Beginn des zweiten Lebensjahres ein Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindertagesstätte. Trotzdem finden nicht alle Eltern einen Platz für ihr Kind; immer wieder wird auch über Qualitätsprobleme bei der Betreuung berichtet.

Laut den aktuellen Zahlen lag die Betreuungsquote in einem Drittel der 325 Kreise und kreisfreien Städte in Westdeutschland bei mindestens 30 Prozent. "Gegenüber dem Jahr 2013 hat sich die Zahl dieser Kreise nahezu verdoppelt", berichtet das Bundesamt.

Insgesamt lag die Betreuungsquote im Westen mit 27,4 Prozent immer noch deutlich unter der Betreuungsquote in Ostdeutschland von 52 Prozent. Die bundesweit höchsten U3-Betreuungsquoten gab es im brandenburgischen Frankfurt an der Oder mit 63 Prozent, im Landkreis Elbe-Elster und im Landkreis Wittenberg mit jeweils 62,8 Prozent. In Westdeutschland wurden die höchsten Werte in der baden-württembergischen Universitätsstadt Heidelberg (46,9 Prozent), in Hamburg (43 Prozent) und im bayerischen Landkreis Coburg (42,4 Prozent) erreicht. Schlusslicht ist das Berchtesgadener Land in Bayern mit 13,9 Prozent.

Bei den Kindern im Alter von zwei Jahren hatten alle 77 ostdeutschen Kreise und kreisfreien Städte eine Betreuungsquote von knapp 80 Prozent. Dieser Wert wurde in Westdeutschland nur von 9 der insgesamt 325 Kreise und Städte erreicht. Eine geringe Rolle spielte die Betreuung von Kindern unter einem Jahr: Hier lag die Quote in Ostdeutschland (Berlin eingeschlossen) bei 4,3 Prozent, in Westdeutschland bei 2,5 Prozent.

Bei der Qualität der Betreuung wollen die Familienminister von Bund und Ländern noch nachrüsten - bundesweite Qualitätsstandards sollen etabliert werden. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) sagte im November, die Länder sollten für die Sprachförderung in Kitas bis 2017 insgesamt 500 Millionen Euro erhalten.

vek/dpa

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