Kritik an USA und Großbritannien Maas hält im U-Boot-Streit zu Frankreich

Australien ließ einen U-Boot-Deal mit Frankreich platzen und ging stattdessen einen Deal mit den USA und Großbritannien ein. Bundesaußenminister Maas schlägt sich auf die Seite von Paris.
Bundesaußenminister Heiko Maas

Bundesaußenminister Heiko Maas

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Janine Schmitz/photothek.de / imago images/photothek

Bundesaußenminister Heiko Maas hat den von den USA und Großbritannien eingefädelten Deal über den Verkauf von Atom-U-Booten an Australien in deutlichen Worten kritisiert und sich mit Frankreich solidarisch gezeigt. »Ich kann den Ärger unserer französischen Freunde gut verstehen«, sagte Maas am Dienstagmorgen (Ortszeit) vor dem Beginn der Uno-Generalversammlung in New York.

Maas geißelte das Vorgehen der USA und Großbritannien für seine Verhältnisse sehr scharf. »Das, was dort entschieden worden ist und wie diese Entscheidung zustande gekommen ist, ist irritierend und ernüchternd – nicht nur für Frankreich«, sagte Maas. Deutschland könne »den Ärger unserer französischen Freundinnen und Freunde gut verstehen«. Auf eine Nachfrage, ob die USA mit dem Deal die »America First«-Linie des früheren Präsidenten Donald Trump weiterverfolgten, antworte er jedoch mit einem klaren »Nein«.

Die USA und Großbritannien hatten in den vergangenen Monaten in Geheimverhandlungen einen Megadeal über den Verkauf von Atom-U-Booten an Australien ausgehandelt. Nachdem das Geschäft perfekt war, zog sich Australien von dem bereits beschlossenen Kauf von französischen U-Booten zurück. Frankreich hat den Deal scharf kritisiert, für Präsident Emmanuel Macron ist der Verlust des milliardenschweren Geschäfts eine schwere Niederlage (lesen Sie hier mehr).

Vor der Generalversammlung, die eigentlich die internationale Zusammenarbeit stärken soll, sorgt der Zwist für erhebliche Verwerfungen. So hat Frankreich die Teilnahme an einem sogenannten Quad-Treffen mit den USA, Großbritannien und Deutschland spontan abgesagt. Auch Maas wird an der hochkarätigen Runde nun nicht mehr teilnehmen, weil es wie eine Zustimmung zu dem Atomdeal aussehen könnte. Auch Deutschland war von den USA erst Stunden vor der Bekanntmachung des U-Boot-Geschäfts eingeweiht worden.

mgb
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