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Berkut-Einheit: Gefürchtet und geliebt

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Janukowitschs Sicherheitskräfte Bundesregierung half Berkut-Einheit mit Seminaren

Mit Knüppeln und Tränengas verteidigte die berüchtigte Berkut-Einheit den ukrainischen Ex-Präsidenten Janukowitsch bis zuletzt. Nun zeigt eine Anfrage von den Grünen, dass die Bundesregierung sie in Sicherheitsfragen zur Fußball-EM 2012 beraten hat.

Berlin - Mit dem "Workshop Cybercrime", dem "Basismodul Stipendiatenausbildung" und dem "Arbeitsbesuch zu Terrorismusfragen" unterstützte die Bundesregierung von 2009 bis 2013 die ukrainische Regierung. Auch mit Lehrgängen zur Bekämpfung von Schleuser- und Rauschgiftkriminalität sei dem Regime von Präsident Wiktor Janukowitsch geholfen worden. So lautet die Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage  des Grünen-Abgeordneten Hans-Christian Ströbele, die am Dienstag bekannt wurde.

Demnach hat das Bundeskriminalamt dem ukrainischen Sicherheitsdienst SBU polizeiliche Aufbauhilfe geleistet. Zur Gewährleistung der Sicherheit bei der Fußball-Europameisterschaft 2012 habe es auch Seminare sowie Trainingseinheiten mit der Polizeisondereinheit Berkut gegeben.

Für die Berkut-Einheit seien ferner Schutzhelme und leichte Körperschutzausstattung geliefert worden. "Die Antwort der Bundesregierung zeigt, wie schnell man vom gestrigen Freund zum Feind und Diktator erklärt werden kann", sagte Ströbele auf seiner Homepage . "Mögliche Zuwendungen an rechtsradikale Gruppierungen dementiert die Bundesregierung nicht, sie behauptet lediglich, keine Kenntnis davon zu haben."

Bis zuletzt hatten die Männer der Sondereinheit Berkut - übersetzt heißt das Steinadler - Janukowitsch verteidigt, mit Knüppeln, Tränengas und Gummigeschossen. Nach dem Sieg auf dem Maidan wollten die Revolutionäre in Kiew Kommandeure und Berkut-Kämpfer vor Gerichte stellen. Übergangs-Innenminister Arsenij Awakow hat die Einheit offiziell aufgelöst.

vek/dpa
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