Umfrage zum Ukraine-Konflikt Deutsche sind gegen schärfere Russland-Sanktionen

Wie kann der Ukraine-Konflikt entschärft werden? Wenn es nach einer Mehrheit der Deutschen geht, jedenfalls nicht mit schärferen Sanktionen gegen Russland - in einer Umfrage plädiert ein Viertel sogar für die Aufhebung der bestehenden.
Russlands Präsident Putin: Deutsche lehnen schärfere Sanktionen ab

Russlands Präsident Putin: Deutsche lehnen schärfere Sanktionen ab

Foto: HANDOUT / REUTERS

Berlin - Trotz des anhaltenden Konflikts mit Russland lehnen die Deutschen mehrheitlich schärfere Sanktionen gegen Moskau ab. In einer "Deutschlandtrend"-Umfrage unter 1023 Bundesbürgern für das ARD-"Morgenmagazin" war nur eine Minderheit von 19 Prozent dafür, die Strafmaßnahmen auszuweiten. 43 Prozent halten die derzeitigen Sanktionen der USA und der EU für angemessen. Über ein Viertel (27 Prozent) plädiert sogar für deren Aufhebung.

Die EU und die USA hatten wegen des Ukraine-Konflikts mehrfach Sanktionen gegen Russland verhängt. Seit März gibt es für zahlreiche russische Staatbürger Einreiseverbote in die EU, ihre Vermögen bei europäischen Banken wurden eingefroren. Außerdem dürfen Anleihen von Großkonzernen wie Rosneft und Gazprom nicht mehr in der EU gehandelt werden.

In einem Interview mit der ARD hatte Russlands Präsident Wladimir Putin die Sanktionen als Gefahr für den Westen beschrieben: "Das wird früher oder später nicht nur bei uns, sondern auch bei Ihnen Auswirkungen haben." Zu eng seien die russische und die deutsche Wirtschaft miteinander verflochten, so der Kreml-Chef.

Der Sinn der Sanktionen ist auch in der EU nicht unumstritten: So hatte die neue EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini Anfang November gesagt, sie habe Zweifel an deren Wirksamkeit. Die Sanktionen hätten zwar zweifellos Auswirkungen auf die russische Wirtschaft, "aber die offene Frage ist immer noch, ob Moskau seine Politik deshalb ändern wird".

Neue Strafmaßnahmen sind anscheinend zunächst nicht geplant: Erst am Montag hatten die EU-Außenminister auf neue Sanktionen gegen Russland verzichtet und lediglich beschlossen, weitere Separatisten in der Ukraine mit Einreise- und Kontensperren zu belegen.

bka/AFP