Zum Inhalt springen

Fuchs und Marder Deutschland plant mit Slowenien Ringtausch schwerer Waffen für die Ukraine

Die Ukraine darf im Krieg gegen Russland auf schwere Waffen aus dem Nato-Land Slowenien hoffen: Berlin plant, den Verbündeten im Gegenzug mit Panzern vom Typ Fuchs und Marder zu versorgen.
T-72-Kampfpanzer

T-72-Kampfpanzer

Foto: Philipp Schulze / dpa

Ein Ringtausch zwischen Deutschland und Slowenien soll dafür sorgen, dass die Ukraine mit schweren Waffen versorgt wird. Der Nato-Verbündete soll dabei den noch in der Sowjetunion entwickelten T-72-Kampfpanzer an Kiew liefern, wie die Nachrichtenagenturen AFP und dpa aus Regierungskreisen erfuhren. Im Gegenzug bekommt die slowenische Armee dafür den Schützenpanzer Marder sowie den Radpanzer Fuchs aus Deutschland.

Schützenpanzer Marder

Schützenpanzer Marder

Foto:

Hendrik Schmidt / dpa

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte den Ringtausch am Morgen bereits angekündigt, ohne allerdings Details zu nennen. »Da geht es um Panzer, da geht es um Schützenpanzer, da geht es um unterschiedliche Möglichkeiten, die einzelne Länder abzugeben haben«, sagte sie in der Sendung »Frühstart« von RTL/ntv.

Auf die Frage, wann die Ukraine diese Waffen erhalten solle, nannte sie »die nächsten Tage«. Alle Militärexperten seien sich sicher, »dass die nächsten zwei Wochen entscheidende Wochen sind im Kampf der Ukraine gegen Russland, und diesen Kampf müssen wir unterstützen«.

Später verwies Lambrecht dann nochmals auf den Vorteil der Ringtausch-Variante: »Es geht darum, dass es jetzt schnell geht, dass jetzt sofort schnellstmöglich Waffen geliefert werden«, sagte sie vor Journalisten. »Und das ist eben möglich bei Beständen, die bei osteuropäischen Partnern vorhanden sind aus Sowjetzeiten.« Hier sei dann auch »keine Ausbildung erforderlich«, weil derartiges Gerät auch in der Ukraine bereits verwendet wird.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Lambrecht stehen seit Wochen in der Frage der Lieferung schwerer Waffen auch innerhalb der Ampelkoalition unter Druck. Prominente Vertreter von Grünen und FDP warfen Scholz vor, in der Ukraine-Frage zu zaudern. Lambrecht verweist regelmäßig darauf, dass die Bundeswehr nichts mehr abgeben könne, ohne ihre Einsatzbereitschaft zu gefährden.

als/AFP/dpa