Waffen für die Ukraine Deutschland liefert Raketenwerfer und gepanzerte Fahrzeuge

Verteidigungsministerin Lambrecht hat weitere Waffenlieferungen an die Ukraine angekündigt. Kiew bekommt zwar nicht die geforderten Schützen- und Kampfpanzer. Aber der Ringtausch mit Griechenland sei »auf der Zielgeraden«.
Raketenwerfer Mars II

Raketenwerfer Mars II

Foto: Chris Emil Janßen / IMAGO

Deutschland wird zwei weitere Mehrfachraketenwerfer Mars sowie 50 gepanzerte Fahrzeuge vom Typ Dingo an die Ukraine liefern. Das teilte Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) mit. Außerdem würden Kiew auch 200 Raketen für die Mehrfachraketenwerfer überlassen. Die Bundesregierung will damit die Fortschritte der Ukraine beim Zurückdrängen der russischen Armee weiter unterstützen.

»Der brutale russische Angriff auf die Ukraine ist eine Zäsur. Und wir stehen im mutigen Kampf der Ukrainer klar an ihrer Seite, durch die Verhängung von Sanktionen gegen Russland. Wir bieten rund einer Million Geflüchteten eine Zuflucht«, sagte Lambrecht. »Es macht Mut zu sehen, welche Erfolge die Ukraine gerade in den letzten Tagen auch mithilfe deutscher Waffen erzielen konnte.« Lieferungen von Schützen- und Kampfpanzern, wie sie die Ukraine erbeten hat, kündigte Lambrecht nicht an. Allerdings stehe der seit Monaten vorbereitete Ringtausch mit Griechenland »auf der Zielgeraden«.

Griechenland liefere dann 40 Schützenpanzer des Typs BMP-1 sowjetischer Bauart an die Ukraine und erhalte dafür 40 deutsche Marder-Schützenpanzer aus deutschen Industriebeständen. »Die ersten Panzer können dann sehr schnell aus Griechenland in die Ukraine geliefert werden«, sagte Lambrecht zum Auftakt der Bundeswehr-Tagung.

Die Bundeswehr hatte bereits Mitte Juli drei Mehrfachraketenwerfer an die Ukraine abgegeben, die Artillerie-Systeme können auf große Distanz militärische Ziele ins Visier nehmen. Lambrecht betonte bei einer Tagung der Bundeswehr, die weiteren Lieferungen würden die Einsatzbereitschaft der Truppe nicht verschlechtern. Bisher hatte ihr Ministerium die Lieferung der geschützten »Dingo«-Fahrzeuge abgelehnt, da diese bei der Bundeswehr dringend gebraucht würden.

Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) hatte zuvor bei der Lieferung deutscher Kampfpanzer an die Ukraine auf eine rasche Entscheidung gedrängt. Die deutschen Waffenlieferungen würden »offensichtlich sehr deutlich« helfen, »Menschenleben zu retten«, sagte Baerbock der »Frankfurter Allgemeinen Zeitung«. »Eine menschenrechtsgeleitete Außenpolitik« müsse »ständig fragen, wie wir durch weitere Lieferungen helfen können, noch mehr Dörfer zu befreien und damit Leben zu retten«.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sieht sich seit Tagen Forderungen aus der Ampelkoalition gegenüber, die Ukraine auch mit Schützen- und Kampfpanzern zu beliefern. Scholz wie auch Verteidigungsministerin Lambrecht (SPD) warnen jedoch vor deutschen Alleingängen. Sie verweisen darauf, dass noch kein anderes Land Schützen- oder Kampfpanzer westlicher Bauart an die Ukraine geliefert hat.

Militärische und zivile Fachleute beraten auf der Bundeswehrtagung über den weiteren Kurs der deutschen Streitkräfte. Am ersten Tag wurde neben Lambrecht auch Generalinspekteur Eberhard Zorn – Deutschlands ranghöchster Soldat – sprechen. Am Freitag wird Kanzler Scholz bei dem Treffen in Berlin erwartet.

Die Veranstaltung steht unter dem Motto »Die Bundeswehr in der Zeitenwende – eine kritische Bestandsaufnahme in Zeiten des Krieges in Europa«. Das Verteidigungsministerium bezeichnet die Konferenz als einen Meilenstein in einem der tiefgreifendsten Veränderungsprozesse der Bundeswehr seit Ende des Ost-West-Konflikts.

als/mgb/dpa/Reuters/AFP
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