Unterstützung für die Ukraine Deutschland will Gepard-Panzer liefern

Die Bundesregierung will nun auch eine Lieferung von Panzern aus Beständen der Industrie an die Ukraine erlauben. Nach SPIEGEL-Informationen geht es dabei um den Gepard.
Gepard-Flugabwehrpanzer

Gepard-Flugabwehrpanzer

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Sven Eckelkamp / IMAGO

Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) will weitere Waffenlieferungen in die Ukraine vorantreiben. Nach SPIEGEL-Informationen wird die SPD-Ministerin bei einer von den USA eilig einberufenen Ukrainekonferenz auf dem Luftwaffenstützpunkt Ramstein am Vormittag ankündigen, dass Deutschland die Lieferung von Gepard-Flugabwehrpanzern ermöglichen will. Zudem werde man ukrainische Soldaten am System Panzerhaubitze 2000 ausbilden, das die Niederlande an die ukrainische Armee liefern wollen.

Mit den beiden Ankündigungen will Lambrecht versuchen, die harsche Kritik an Deutschland in Sachen Waffenlieferungen abzumildern. Die Bundesregierung steht hier wegen ihrer zögerlichen Haltung seit Wochen in der Kritik. Lambrecht will deswegen vor den rund 20 angereisten Verteidigungsministern noch einmal betonen, dass die Bundesregierung mit dem 100-Milliarden-Sonderpaket für die Bundeswehr und ersten Waffenlieferungen eine echte Zeitenwende hingelegt hat.

Erwartet werden auf der US-Basis Ramstein US-Verteidigungsminister Lloyd Austin, fast alle EU-Amtskollegen, der ukrainische Verteidigungsminister Resnikow und Nato-Chef Stoltenberg. Die USA machten vorab klar, dass sie bei den Waffenlieferungen mehr von Europa erwarten. Ein US-Militärsprecher sagte dem SPIEGEL, Washington allein habe bereits Waffen im Wert von 3,2 Milliarden Dollar zugesagt. Nun wolle man mit den Partnern nach Wegen suchen, wie man Kiew »mit zusätzlichen Fähigkeiten ausrüsten kann, um den russischen Angriffskrieg abzuwehren«.

Eine mögliche Lieferung der Gepard-Systeme wird schon länger diskutiert. Bereits im Februar hatte die Rüstungsschmiede Krauss-Maffei Wegmann (KMW) mitgeteilt, man habe noch rund 50 im eigenen Bestand, die nach einer kurzen Instandsetzung an die Ukraine geliefert werden könnten. Ein entsprechendes Angebot habe man der Bundesregierung unterbreitet. KMW-Chef Ralf Ketzel sagte damals, dass die Waffensysteme »relativ schnell wieder einsatzfähig« gemacht werden könnten.

Die gebrauchten Gepard-Panzer der Bundeswehr sind von KMW bereits an Brasilien und Katar weiterverkauft worden, wo sie für die Sicherheit bei den Olympischen Sommerspielen und der Fußballweltmeisterschaft dienten beziehungsweise dienen sollen. Auch Rumänien hatte Gepard-Panzer gekauft.

Die Gepard-Panzer basieren auf dem Fahrgestell des Leopard und sind mit zwei 35-Millimeter-Kanonen und Radar ausgestattet. Neben Angreifern aus der Luft können sie auch Bodenziele bekämpfen.

mgb/gt/als