»What a bunch of pseudo-intellectual loosers« Melnyk empört sich über neuen »Friedensappell« von Richard David Precht und Co.

Eine Gruppe Briefeschreiber rund um den TV-Philosophen Precht hat sich erneut für Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau ausgesprochen. Der ukrainische Botschafter Melynk geht sie hart an – und er ist nicht allein.
Einmal »zum Teufel scheren«? Der Friedensphilosoph Richard David Precht

Einmal »zum Teufel scheren«? Der Friedensphilosoph Richard David Precht

Foto: Christoph Hardt / imago images/Future Image

Seit mehr als vier Monaten kämpft die Kremlarmee völkerrechtswidrig in der Ukraine, mehrere Gräueltaten durch russische Soldaten wurden mittlerweile öffentlich. Der Westen ist sich weitestgehend einig, die Ukraine zu unterstützen – »so lange wie nötig«, vereinbarten zuletzt die G7-Staaten in einer Erklärung.

In Deutschland wollen mehrere Prominente, Wissenschaftler und Publizistinnen lieber einen anderen Weg. In einem neuen offenen Brief appellieren Briefeschreiberinnen und Briefeschreiber rund um den TV-Philosophen Richard David Precht an den Westen, den Ukrainekrieg durch Verhandlungen mit Russland zu beenden.

Der neuerliche offene Brief erzürnt den ukrainischen Botschafter in Deutschland, Andrij Melnyk. Auf Twitter schreibt er: »Nicht schon wieder, what a bunch of pseudo-intellectual loosers [sic] Ihr alle Varwicks, Vads, Kluges, Prechts, Yogeshwars, Zehs & Co. sollt euch endlich mit euren defätistischen ›Ratschlägen‹ zum Teufel scheren. Tschüß«

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Melnyk bezieht sich auf einen Beitrag in der »Zeit« : Dort hatten die Briefeschreibenden argumentiert, nur eine »diplomatische Großoffensive« könne »aus der momentanen Sackgasse herausführen«. Je länger der Krieg fortdauere, desto unklarer werde, welches Kriegsziel mit den erfolgten Maßnahmen – gemeint sind Waffenlieferungen und Sanktionen – verbunden sei.

»Keinen blassen Schimmer«

Die Unterzeichnerliste ist lang: Neben Precht gehören unter anderem Erich Vad, Ranga Yogeshwar, Juli Zeh, Jakob Augstein, Alexander Kluge und Ilija Trojanow dazu. Viele hatten auch schon im Frühjahr einen ähnlichen von Alice Schwarzer initiierten offenen Brief unterzeichnet. Auch damals war der Tenor, die Ukraine möge als angegriffenes Land doch bitte die Waffen strecken und einen Konsens mit Angreifer Wladimir Putin erzielen.

Neben Melnyk kritisierte vor allem der Politikwissenschaftler Carlo Masala den neuerlichen Brief scharf. An keiner Stelle werde im Brief das Problem erörtert, dass die Russische Föderation wiederholt gesagt hat, dass dieser Krieg nur zu ihren Bedingungen beendet wird. »An keiner Stelle wird eine Lösung dafür angeboten, wie man die territoriale Integrität der Ukraine (und zwar der ganzen) wiederherstellt«, schreibt der Sicherheitsexperte. Frieden sei eine »löbliche Idee«, schreibt Masala weiter, doch die Unterzeichnenden rund um Precht hätten »keinen blassen Schimmer davon«, wie er sich umsetzen lasse.

mrc
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