Verteidigungsministerin Lambrecht bietet Ukraine drei statt vier Mehrfachraketenwerfer an

Sie können mehr als 80 Kilometer entfernte Ziele treffen: Deutschland stellt der Ukraine weniger Mehrfachraketenwerfer vom Typ Mars II zur Verfügung als geplant. Das kündigte Verteidigungsministerin Lambrecht an.
Mars-II-Raketenwerfer

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Sebastian Gollnow / dpa

Mehr Waffen für die Ukraine gegen Putins Truppen: Bundesverteidigungsministerin Christine Lambrecht bietet der Regierung in Kiew drei Mehrfachraketenwerfer-Artilleriesysteme vom Typ Mars II an. Das teilt die SPD-Politikerin nach Gesprächen mit Vertretern aus fast 50 Staaten zur Koordinierung der militärischen Unterstützung für die Ukraine mit.

Die Waffen würden aus Beständen der Bundeswehr stammen, sagte Lambrecht. In den kommenden Wochen werde damit begonnen, ukrainische Soldaten dafür auszubilden. Vier Mehrfachraketenwerfer lieferten die USA und drei Großbritannien. Mit dem Training für die ukrainischen Soldaten soll nach Angaben von Lambrecht im Juni begonnen werden. »Ende Juli, Anfang August« könnten die Systeme dann an die Ukraine geliefert werden.

»Was (...) heute deutlich geworden ist, wie wichtig es für die Ukraine ist, weitreichende und präzise Artilleriewaffen zu haben«, sagte sie. Es handele sich nicht nur um die Raketenwerfer, sondern auch um mehrere Hundert Raketen und Ersatzteile. Außerdem werde die Ausbildung übernommen. »Mir ist es wichtig, dass ich diese Möglichkeit nutze, aus der Bundeswehr abzugeben, aber ich gehe damit auch an die Grenzen«, sagte die SPD-Politikerin weiter. Es sei aber sichergestellt, dass die Bundeswehr die Landes- und Bündnisverteidigung gewährleisten könne. »Wir machen das zusammen im Paket mit unseren Verbündeten Großbritannien und den USA. Es ist wichtig, dass die Ukraine jetzt schnell unterstützt wird«, sagte Lambrecht.

Drei statt vier Raketenwerfer

Anfang Juni hatte es am Rande einer Generaldebatte im Bundestag noch aus Regierungskreisen geheißen, Deutschland werde vier Mehrfachraketenwerfer vom Typ Mars II liefern. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte damals eine deutliche Ausweitung der Waffenlieferungen an die Ukraine angekündigt.

Die Ukraine könnte Mars II nutzen, um damit Artilleriestellungen der russischen Armee anzugreifen. Die Raketen haben nach Angaben der Bundeswehr eine Reichweite von bis zu 84 Kilometern. Nach Angaben von Lambrecht sollen von ihnen zunächst »mehrere Hundert« an die Ukraine geliefert werden. »Das ist die Strecke, die verantwortbar ist«, sagte die SPD-Politikerin.

als/Reuters/AFP/dpa
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