Konflikt mit Russland Auswärtiges Amt finanziert Angehörigen von Botschaftsangestellten Ukraine-Ausreise

Das Außenministerium reagiert auf die Ukrainekrise: Angehörige von Mitarbeitern der Botschaft oder deutscher Organisationen bekommen Hilfe, falls sie ausreisen wollen. Die Vertretung in Kiew soll aber weiterarbeiten.
Deutsche Botschaft in Kiew

Deutsche Botschaft in Kiew

Foto: GLEB GARANICH / REUTERS

Wird Russland die Ukraine angreifen – oder droht der Kreml nur? In der unübersichtlichen Lage hat das Auswärtige Amt nun Konsequenzen aus der Zuspitzung der Situation in der Ukraine gezogen und finanziert Familienangehörigen von Mitarbeitern der Botschaft in Kiew eine freiwillige Ausreise.

Das gelte auch für deutsche Organisationen wie das Goethe-Institut, den Deutschen Akademischen Austauschdienst und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, sagte Außenamtssprecher Christopher Burger. »Das ist eine Maßnahme, die wir treffen, um die Sicherheit der Menschen, für die wir Verantwortung tragen, dort zu gewährleisten.«

US-Regierung geht noch weiter

Die Arbeitsfähigkeit der Botschaft in Kiew bleibe aber sichergestellt, sagte Burger. »Unsere diplomatische Präsenz brauchen wir vor Ort auch weiterhin, um der Ukraine in dieser Situation zur Seite zu stehen.«

Damit geht das Auswärtige Amt nicht so weit wie die US-Regierung, die angesichts der angespannten Lage im Ukraine-Konflikt mit Russland die Zahl der Botschaftsmitarbeiter in Kiew reduziert. Die freiwillige Ausreise nicht unmittelbar benötigter Beschäftigter wegen der anhaltenden Bedrohung durch russische Militäraktionen sei genehmigt worden, teilte das US-Außenministerium mit. Familienangehörige von Diplomatinnen und Diplomaten wurden aufgefordert, die Ukraine zu verlassen.

Angesichts eines massiven russischen Truppenaufmarsches in der Nähe der Ukraine wird im Westen befürchtet, dass der Kreml einen Einmarsch in das Nachbarland planen könnte. Für möglich wird allerdings auch gehalten, dass nur Ängste geschürt werden sollen, um die Nato-Staaten zu Zugeständnissen bei Forderungen nach neuen Sicherheitsgarantien zu bewegen. Erklärtes Ziel Russlands ist es etwa, dass die Nato auf eine weitere Osterweiterung verzichtet und ihre Streitkräfte aus östlichen Bündnisstaaten abzieht. Die Nato, aber auch die EU lehnen diese Forderungen als inakzeptabel ab.

muk/dpa