Krieg in Osteuropa Grüne wollen U-Bahnhöfe und Tiefgaragen als Schutzräume nutzen

Deutschlands Bunker sind heute meist nutzlos. Ein 15-Punkte-Programm der Grünen soll öffentliche Gebäude zu Schutzräumen machen – und die Zivilbevölkerung für den Fall eines Angriffs besser vorbereiten.
Die Grünen wollen U-Bahnhöfe, Tiefgaragen und Keller in öffentliche Schutzkonzepte miteinbeziehen

Die Grünen wollen U-Bahnhöfe, Tiefgaragen und Keller in öffentliche Schutzkonzepte miteinbeziehen

Foto: Manfred Bail / imagebroker / IMAGO

Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine wollen die Grünen in der Ampelkoalition den Zivil- und Katastrophenschutz in Deutschland reformieren. So sollen bundesweit deutlich mehr Schutzräume geschaffen werden, heißt es in einem 15-Punkte-Programm, das dem »Tagesspiege l« vorliegt. »Eine Möglichkeit besteht zum Beispiel darin, grundsätzlich geeignete Bauten wie U-Bahnhöfe, Tiefgaragen oder Keller in öffentlichen Gebäuden in Schutzkonzepte einzubeziehen«, steht demnach in der Vorlage, die der Bundesvorstand an diesem Montag beschließen will.

Zivile Verteidigung stärken

Die gesamte zivile Verteidigung müsse verstärkt werden, heißt es demnach weiter: »Dazu gehört, dass umfangreiche Fähigkeiten zur Unterbringung und Versorgung von Menschen vorgehalten werden, ebenso wie der Ausbau von Notbrunnen zur Trinkwasserversorgung.« Ferner müssten die aktuellen Vorratsvorschriften dringend reformiert werden, sie beschränkten sich bisher auf wenige Bereiche wie die Grundversorgung mit Lebensmitteln oder die Erdölbevorratung. »Bei geeigneter Schutzausrüstung, Medikamenten, medizinischem Material oder Technik braucht es in nationalen Krisen Vorhaltungen, auf die schnell zurückgegriffen werden kann«, wird in dem Papier betont.

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Auch solle es im ganzen Land künftig wieder regelmäßige Katastrophenübungen geben, die Warnung der Bevölkerung soll verbessert werden. Unter anderem sollen den Angaben zufolge Plattformen wie die Warn-App »NINA« ausgebaut werden.

»Putins Angriffskrieg auf die Ukraine führt uns auf schreckliche Weise vor Augen, dass die bisherige Friedensordnung in Europa nicht mehr gilt«, sagte Grünenchef Omid Nouripour dem »Tagesspiegel«. Die Bundeswehr müsse sich nun auf ihre Kernaufgabe der Landesverteidigung konzentrieren, der Bevölkerungsschutz müsse gestärkt werden. »Der Schutz der Bevölkerung gehört in den Mittelpunkt jeder sicherheitspolitischen Debatte«, sagte Nouripour. Dafür müsste die Bundesregierung die notwendigen finanziellen Mittel bereitstellen.

muk/dpa