Umfrage Beck fällt in der Heimat auf historischen Minuswert

Kurt Beck konnte sich bislang auf seine Wähler in Rheinland-Pfalz verlassen - doch jetzt wirkt sich der Streit über den Linksschwenk der SPD auch in seiner Heimat aus. In der Gunst der Wähler sank der Ministerpräsident auf den schlechtesten Wert seit Beginn seiner Amtszeit.


Ludwigshafen - Neues Umfragedebakel für Kurt Beck: In einer Umfrage im Auftrag der Ludwigshafener Zeitung "Rheinpfalz" ist der Ministerpräsident auf den tiefsten Wert seiner 13-jährigen Amtszeit abgesunken. Außerdem halten 52 Prozent der Rheinland-Pfälzer Becks Kurs einer Öffnung zur Linken hin für "falsch und unglaubwürdig".

Über Jahre hinweg stand Beck in Rheinland-Pfalz unangefochten an der Spitze der beliebtesten Politiker. In der aktuellen März-Umfrage steht nun mit FDP-Landeschef Rainer Brüderle erstmals ein anderer Politiker auf Platz eins. Auf einer Skala von minus fünf bis plus fünf erreicht Brüderle einen Wert von 1,6. Im Dezember hatte der FDP-Landeschef noch bei 1,3 Punkten gelegen.

Beck dagegen sackt von 1,9 Punkten im Dezember auf nun 1,3 Punkte im März ab. Vor einem Jahr hatte der Ministerpräsident noch 2,4 Punkte erreicht. Nun liegt er gleichauf mit CDU-Partei- und Fraktionschef Christian Baldauf.

Auch die SPD in Rheinland-Pfalz kostet der Streit über den Umgang mit der Linken Sympathien. In der Wählergunst sackten die Sozialdemokraten von 46 Prozent vor einem Jahr auf jetzt nur noch 40 Prozent ab. Die CDU konnte im selben Zeitraum von 31 auf 34 Prozent zulegen, die FDP von acht auf zehn Prozent. Die Grünen, bei der Wahl 2006 noch an der Fünfprozenthürde gescheitert, wären nun mit sechs Prozent klar wieder im Landtag vertreten. Und auch die Linkspartei würde mit fünf Prozent knapp ins Parlament einziehen.

Für den "Rheinpfalz-Trend" befragte das Meinungsforschungsinstitut Psephos zwischen dem 1. und 7. März in einer repräsentativen Stichprobe insgesamt 1001 Wahlberechtigte in Rheinland-Pfalz.

als/ddp



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