Umfrage CSU stürzt unter 40-Prozent-Marke

Es wäre ein historisches Tief: Nach Informationen der "Bild"-Zeitung ist die CSU in einer nicht veröffentlichten Umfrage unter die 40-Prozent-Marke gerutscht. Dies gelte aber nur für die Wählerstimmung - bei der Sonntagsfrage komme die Partei noch auf genau 40 Prozent, heißt es.

CSU-Chef Seehofer in Filmkulissen-Cockpit: Führt er die Partei unter die 40 Prozent-Marke?
dpa

CSU-Chef Seehofer in Filmkulissen-Cockpit: Führt er die Partei unter die 40 Prozent-Marke?


Hamburg/München - Schon bei der Landtagswahl im September 2008 kam die CSU nur noch auf gut 43 Prozent der Stimmen, aber nun ist die Partei nach Informationen der "Bild"-Zeitung noch einmal deutlich abgerutscht - unter die 40-Prozent-Marke: Die Christsozialen kämen bei einer bisher nicht veröffentlichten Umfrage auf rund 38 Prozent Wählerzustimmung, schreibt die Zeitung. Bei der Sonntagsfrage, die unter anderem längerfristige Wählerbindungen berücksichtigt, erreicht die Partei von Ministerpräsident Horst Seehofer demnach gerade noch 40 Prozent.

CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt wies die Meldung entschieden zurück: "Ich kenne keine Umfrage, die die CSU unter 40 sieht, erst recht keine geheime." Alle Umfragen, die er kenne, "sehen uns klar über 40 Prozent".

Die Zeitung beruft sich bei der Meinungsumfrage eines Hamburger Instituts auf Informationen aus CSU-Kreisen. Der frühere bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein sagte, seine Partei müsse "höllisch aufpassen, dass sie nicht in den Abwärtssog der schwarz-gelben Koalition gerät". Es gebe die Gefahr, dass auch der CSU konservative Stammwähler verloren gingen, weil ihnen die Richtung in Berlin nicht passe, sagte Beckstein.

"Wir müssen in Bayern alles tun, um nicht vom Negativ-Trend der CDU erfasst zu werden", erklärte der CSU-Politiker. Zuletzt waren die Christdemokraten in einer Umfrage zum ersten Mal in ihrer Geschichte unter die 30-Prozent-Marke gefallen. Beckstein betonte, es gelte der alte Satz von Franz Josef Strauß, wonach es rechts von der CSU keine andere demokratisch legitimierte Partei geben dürfe. "Die Union darf nicht länger ihre konservativen Stammwähler vernachlässigen."

Ex-Parteichef Erwin Huber sagte der Zeitung, die CSU sei keineswegs immun gegen den Negativtrend der Union insgesamt. "Wir müssen auf unser eigenes Profil achten und auch die konservativen Wähler bundesweit für die Union ansprechen."

flo/apd

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reikur 10.07.2010
1.
Zitat von sysopDie Kanzlerin steht in der Kritik, die Regierung kommt aus den schlechten Schlagzeilen nicht heraus - was muss sich ändern bei Schwarz-Gelb?
Zurücktreten, Neuwahlen
Brand-Redner 10.07.2010
2. Dekadenz
Zitat von sysopDie Kanzlerin steht in der Kritik, die Regierung kommt aus den schlechten Schlagzeilen nicht heraus - was muss sich ändern bei Schwarz-Gelb?
Wenn schon nicht das Land, dann sollte Merkel wenigstens die eigene Partei vor weiterem Schaden bewahren. Dazu ist es allerdings unvermeidlich, nun endlich den spätrömisch Dekadenten den Stuhl vor die Tür zu setzen. Gelingt dies nicht, kann man Merkel & Co. nur noch eines empfehlen: Abtreten und Neuwahlen ausrufen!
BeckerC1972, 10.07.2010
3.
Ich würde ihr einen zügigen Rücktritt nahelegen - zusammen mit den ganzen anderen "Nach der Wahl ist alles anders"-Lügnern. Jaja, Politiker haben immer nur gelogen. Weiß ich auch. Ist aber kein Pro-Argument. Wenn plötzlich die Gestaltungsräume der Politik vollkommen erschöpft sind und man sich eh nur "Sachzwängen" unterwerfen muss, ist der Gedanke der Kompetenzsteuerung eh hinfällig. Bestes Beispiel dürfte wohl der Gigantenwurf "Gesundheitsreform" sein. Welch' eine Leistung. Im Moment ist es wirklich ein Trauerspiel in Berlin. Und überall sonst auch. Die mentale Verjüngung steht aus - und der Wille, auch mal neue Wege zu beschreiten. Immerhin bedeuten neue Wege auch das Abschneiden alter Zöpfe - und das will ja niemand wirklich.
beobachter1960 10.07.2010
4. Schröder 2.0
Bei der CDU vollzieht sich eine ähnliche Entwicklung wie damals in der SPD. Die Mitglieder und das Programm sind nur Makulatur, dienen der Außendarstellung, haben aber keine Funktion mehr. Regiert und Gestaltet wird per Erlaß und auf Einflüsterung von Beratern. Und diese kommen aus "der Wirtschaft" und der Lobby. Selbstverständlich ist dann auch alles "Alternativlos", man sucht ja auch eine Alternativen mehr. Es würde mich nicht wundern wenn jemand wie Koch demnächst mit Merz zusammen eine Partei gründet der dann der rechte Flügel der CDU zufließt.
D0nJuAn 10.07.2010
5. lächerlich
Wenn ich diesen Arroganten Söder noch einmal im Fernsehen sehe werf ich nen Bierkrug auf ihn. Dieses ewig intrigante zerstörerische von dieser Person ist einfach nur wiederlich. Das sagt schon alles über die Bayrische CSU aus.Wie kann man denn jeden Ansatz der eigenen Partei ständig auf dem Alter der Landespolitik und des eigenen Egos opfern. Wie Machtgeil und Egozentrisch muss ein Mensch sein, dass er sich bei jeder Gelegenheit zu Wort meldet. Die sollten sich lieber darum kümmern, dass der Rößler mit sienen Reformen weitermacht schließlich ist er noch ein paarJährchen im Amt und allein gestern habe ich 3 Interviews gelesen wo er gesagt hat, dass das ganze nur ein 1. Schritt ist um das ganze bis 2011 zu stabilisieren damit sie sich an die Struktur machen könne. Er wisse selber, dass es dabei nicht bleiben kann. Jetzt wird dieser Mann wieder von emporlingen der eigenen Partei versucht zu stürzen. Dieses Kasperletheater ist lächerlich.
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