Umfrage Bürger fühlen sich von Politikern unverstanden

Die Deutschen geben ihren Politikern miserable Noten. Nach einer vom SPIEGEL in Auftrag gegebenen Umfrage glauben die Bürger nicht, dass ihre Probleme verstanden werden.
Passanten in einer Einkaufsstraße: Bundesregierung will "Bürgerdialog"

Passanten in einer Einkaufsstraße: Bundesregierung will "Bürgerdialog"

Foto: Daniel Bockwoldt/ dpa

Abgehoben, weit weg vom Alltag der normalen Wähler. Das ist das Bild, das viele Menschen in Deutschland von Politikern haben. "Die da oben, wir da unten" halt - kein ganz neuer Gedanke. Überraschend ist aber doch, wie viele Deutsche inzwischen davon überzeugt sind, dass Politiker wenig vom täglichen Leben der Bürger wissen. Das förderte jetzt eine repräsentative Umfrage von TNS Forschung im Auftrag des SPIEGEL zutage.

  • 80 Prozent der Bundesbürger sind der Ansicht, dass ihre gewählten Politiker in der Regel nicht genug tun, um sich über ihre Sorgen und Interessen zu informieren.
  • Dabei war nur jeder fünfte Befragte der Ansicht, dass die Bundestagsabgeordneten sehr gut oder gut über ihre Sorgen im Bilde sind. 51 Prozent der Bürger halten die Politiker für "weniger gut", weitere 27 Prozent für "gar nicht gut" informiert darüber, wo die Bürger der Schuh drückt.

Die Bundesregierung hat einen "Bürgerdialog" initiiert, bei dem die Teilnehmer ihre Vorstellungen von einem guten Leben ausdrücken sollen. Organisiert und größtenteils finanziert wird die Veranstaltungsreihe von privaten Institutionen, denen die Bundesregierung detaillierte Vorgaben für den Ablauf gibt. Bundestagsvizepräsidentin Ulla Schmidt (SPD) warnt jetzt im SPIEGEL: "Die Organisationen wollen sich nicht in eine PR-Aktion einspannen lassen." Schmidt ist Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, die sich für Behindertenrechte einsetzt.

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