Umfrage Deutsche wollen keine Ampelkoalition

Die Umfragewerte für die Große Koalition sind im Keller. Doch Meinungsforscher sagen, eine satte Mehrheit der Deutschen lehne trotz des anhaltenden Streits im Regierungsbündnis eine Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen ab.


Hamburg - Demnach glauben rund 70 Prozent der Menschen nicht, dass ein Dreierbündnis das Land besser regieren würde als die derzeitige Koalition. Nur knapp ein Viertel der Befragten hält eine Ampelkoalition für besser. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungs-Instituts Forsa im Auftrag von n-tv.

Auch in den betroffenen politischen Lagern steht man einer Ampelkoalition skeptisch gegenüber. Dass ein solches Bündnis besser regieren würde, glauben 31 Prozent der SPD-Anhänger, 30 Prozent der FDP-Anhänger und 38 Prozent der Grünen-Anhänger. Jeweils um die 60 Prozent der Parteianhänger sprachen sich gegen eine Ampelkoalition aus.

Die Bürger seien nach nicht einmal einjähriger Regierungszeit von der Arbeit der Großen Koalition noch mehr enttäuscht als von der Arbeit der rot-grünen Vorgängerregierung, ermittelte das Institut im Auftrag der Münchner "Abendzeitung" (Donnerstag). So glaubten 89 Prozent der Bürger, dass die Steuergerechtigkeit geringer geworden sei. 72 Prozent seien der Ansicht, dass die Renten weniger verlässlich seien. Das Vertrauen in die beiden großen Volksparteien sei so gering wie noch nie seit 1949.

Am Montag hatte eine Forsa-Umfrage für RTL und den "Stern" ergeben, dass die Union in der Parteipräferenz bei nur noch 29 Prozent liegt – das bedeutet einen Verlust von drei Prozentpunkten gegenüber der Vorwoche. Zum ersten Mal seit Anfang 2000 bleiben CDU und CSU unter der 30-Prozent-Marke. Damals drückte die Parteispendenaffäre die Schwesterparteien in der Gunst der Wähler.

Die SPD konnte sich dagegen im Vergleich zur Vorwoche um drei Punkte auf 30 Prozent verbessern. Die FDP kam danach auf 15, die Linkspartei auf zehn und die Grünen auf neun Prozent.

Das schlechte Ergebnis der Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern habe das Unionslager verunsichert, hieß es in einer Mitteilung von Forsa und RTL. 38 Prozent der CDU/CSU-Wähler bei der Bundestagswahl würden derzeit ihre Stimme nicht mehr der Union geben.

asc/dpa/ddp/AP



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