Umfrage Mehrheit der Deutschen unterstützt Militäreinsatz gegen Schleuser

Die EU will mit Streitkräften gegen die Menschenschmuggler im Mittelmeer vorgehen - und viele Deutsche halten das laut einer Umfrage für eine gute Idee. Gleiches gilt für die Verteilung von Flüchtlingen nach Länderquote.
Italienisches Schiff, Flüchtlingsboot (Archivbild): Schon bald könnte EU-Mission starten

Italienisches Schiff, Flüchtlingsboot (Archivbild): Schon bald könnte EU-Mission starten

Foto: DPA

Die meisten Deutschen bewerten den Plan der Europäischen Union als sinnvoll, Schleuser von Flüchtlingen im Mittelmeerraum auch militärisch zu bekämpfen. Nach einer Umfrage des ZDF-"Politbarometers" unterstützen 55 Prozent der Deutschen einen solchen Einsatz, nur 38 Prozent sprechen sich dagegen aus, darunter mehrheitlich Anhänger der Linken.

Die EU will im Juni einen Militäreinsatz gegen Schleuserbanden aus Libyen starten. Ziel ist es, das "Geschäftsmodell der Schlepper- und Schleuserringe zu zerstören", so die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini. Ein Vierstufenplan beinhaltet eine verbesserte Aufklärung und eine Durchsuchung von Schleuserschiffen auf See.

Mögliche Einsätze in Libyen selbst werden dagegen noch debattiert. Aus dem Land starten die meisten Boote, die EU will diese zerstören, "bevor sie von den Schmugglern eingesetzt werden". Ein solch aggressiver Einsatz geht vielen Mitgliedstaaten, darunter auch Deutschland, jedoch zu weit.

Doch auch Kontrollen von EU-Kriegsschiffen vor der Küste sind gefährlich, da die Schleuser mit den hochgerüsteten Milizen in Libyen kooperieren und die EU-Schiffe angreifen könnten. EU-Diplomaten zeigten sich trotz der Vorbehalte zuversichtlich, dass es zu einem Uno-Mandat kommt, an das die Pläne von Mogherini dann angepasst würden.

Auch der in der EU umstrittene Plan einer gleichmäßigeren Verteilung der Flüchtlinge auf die Mitgliedstaaten nach bestimmten Quoten stößt bei den Deutschen laut der ZDF-Erhebung auf sehr große Zustimmung. So unterstützen 85 Prozent eine solche Regelung, 11 Prozent lehnen sie ab.


Daten zur Umfrage

Zeitraum: 19. bis 21. Mai 2015

Stichprobe: 1230 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte wurden telefonisch von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragt. Die Befragung ist laut ZDF repräsentativ - für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland.

jok/dpa
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