Umfrage FDP sinkt immer tiefer, Merkels Beliebtheit steigt

Ausgerechnet zum Dreikönigstreffen fallen die Umfragewerte der FDP auf ein Rekordtief. Laut ARD-Deutschlandtrend glaubt eine Mehrheit der Deutschen, dass Parteichef Philipp Rösler am Jahresende nicht mehr im Amt sein wird. In der Kanzlerfrage hat Angela Merkel die Nase vorn.
FDP-Politiker Westerwelle, Rösler: Das Vertrauen der Wähler in die Liberalen ist erschüttert

FDP-Politiker Westerwelle, Rösler: Das Vertrauen der Wähler in die Liberalen ist erschüttert

Foto: Sebastian Kahnert/ dpa

Stuttgart - Vor ihrem traditionellen Dreikönigstreffen in Stuttgart stürzt die FDP in der Gunst der Wähler ins Bodenlose. Derzeit würden lediglich zwei Prozent der Wähler den Liberalen ihre Stimme geben, wie der am Donnerstagabend veröffentlichte ARD-Deutschlandtrend von Infratest dimap ergab. Das ist der niedrigste Wert, den die Partei jemals in der Befragung erreicht hat.

Vor einem Monat wollten noch drei Prozent für die FDP stimmen. Nur 15 Prozent der Bürger bezeichneten die Liberalen als glaubwürdig - damit liegt sie hinter allen anderen Parteien. Union und SPD kommen in der Umfrage unverändert zum Vormonat auf 35 beziehungsweise 30 Prozent. Die Grünen landen erneut bei 16 Prozent, die Linke verliert einen Punkt auf sechs Prozent. Die Piratenpartei würden ebenfalls sechs Prozent wählen.

Rund 83 Prozent der von Montag bis Mittwoch repräsentativ Befragten gaben als entscheidenden Grund für die anhaltend schlechte Lage der FDP an, dass die Partei "seit vielen Jahren vieles verspricht, was sie nicht gehalten hat". 72 Prozent kritisierten, dass nicht klar sei, wofür die FDP in der Euro-Krise stehe. 65 Prozent nannten als Grund schlechte Arbeit der FDP-Minister, 50 Prozent die Arbeit von FDP-Chef Philipp Rösler.

Röslers Rücktritt ist nur noch eine Frage der Zeit

Ein Rücktritt Röslers ist für eine klare Mehrheit der Deutschen nur noch eine Frage der Zeit. Lediglich 30 Prozent glauben, dass er am Ende des Jahres noch im Amt sein wird, 65 Prozent glauben das nicht. In Umfragen liegt die FDP seit Monaten weit unter der Fünf-Prozent-Marke. Rösler steht unter Druck, weil er bislang keine Wende herbeigeführt hat. Am Freitag hält er die zentrale Rede beim FDP-Dreikönigstreffen in Stuttgart.

Während der Koalitionspartner FDP von den Bürgern extrem kritisch gesehen wird, schneiden CDU-Minister in der Umfrage hervorragend ab. Beliebteste Politiker sind in diesem Monat Finanzminister Wolfgang Schäuble und Verteidigungsminister Thomas de Maiziere sowie Bundeskanzlerin Angela Merkel. Mit ihrer Arbeit sind jeweils 63 Prozent der Bürger zufrieden. Alle drei Spitzenpolitiker der CDU legten im Vergleich zur Vorwoche deutlich zu.

Am Ende der Liste stehen drei FDP-Politiker: Mit der Arbeit von FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle sind gerade noch 27 Prozent (minus ein Prozent) der Bürger einverstanden. Außenminister Guido Westerwelle kommt gar nur auf eine Zustimmung von 25 Prozent (plus ein Prozent), die rote Laterne hält FDP-Chef Philipp Rösler mit einer weiter rückläufigen Zustimmung von jetzt nur noch 20 Prozent (minus zwei Prozent).

In der Kanzlerfrage hat Angela Merkel die Nase vorn

Falls die Deutschen den Bundeskanzler direkt wählen könnten, hätte Merkel der Umfrage zufolge gegenüber allen drei möglichen SPD-Herausforderern, SPD-Chef Sigmar Gabriel, Ex-Finanzminister Peer Steinbrück und Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier, die Nase vorn. Die ARD ermittelte in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Deutschlandtrend die höchste Akzeptanz für die CDU-Vorsitzende seit Dezember 2009.

Kaum Veränderung gab es bei der Sonntagsfrage. Die CDU/CSU kam erneut auf 35 Prozent vor der SPD mit 30 Prozent. Die Grünen lagen weiter bei 16 Prozent. Die Linke verlor einen Punkt und erreichte noch sechs Prozent, ebenso viel wie die Piraten. Die FDP sackte noch einmal um einen Punkt auf zwei Prozent ab. SPD und Grüne liegen damit zusammen deutlich vor Schwarz-Gelb, würden aber eine eigene Mehrheit im Bundestag knapp verfehlen.

Infratest dimap befragte für die Umfrage vom 2. bis 4. Januar 1000 repräsentativ ermittelte Wahlberechtigte, für die Sonntagsfrage vom 2. bis 5. Januar 1500 Wahlberechtigte.

bos/Reuters/dapd/AFP
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