Umfrage Hälfte der Deutschen will Wulffs Rücktritt

Der Bundespräsident verliert in der Bevölkerung immer mehr an Rückhalt: Einer jüngsten Umfrage zufolge finden 50 Prozent der Deutschen, Christian Wulff solle zurücktreten. Am Montag waren es noch 34 Prozent.
Wulff nach dem Tv-Interview in seinem Wagen: "Große Unterstützung in der Bevölkerung"

Wulff nach dem Tv-Interview in seinem Wagen: "Große Unterstützung in der Bevölkerung"

Foto: Maurizio Gambarini/ dpa

Köln - In der Bevölkerung sinkt die Zustimmung für Christian Wulff. Nach dem jüngsten ARD-Deutschlandtrend meinen nur noch 47 Prozent, dass er im Amt bleiben kann. 50 Prozent der Deutschen finden laut der Umfrage, dass der Bundespräsident in der Affäre um seinen Hauskredit und Droh-Anrufe bei Journalisten zurücktreten sollte.

Damit verlor das Staatsoberhaupt seit Wochenbeginn kontinuierlich an Zustimmung: Am Montag hatten sich noch 63 Prozent der Befragten für einen Verbleib Wulffs im Amt ausgesprochen, 34 Prozent für einen Rücktritt. Am Dienstag waren es nur noch 53 Prozent, die an Wulff als Bundespräsident festhielten, 44 sprachen sich hingegen für seinen Rücktritt aus. Zum Vergleich: Vor Weihnachten (19.12.) fanden nur 26 Prozent einen Rücktritt angemessen.

Auch Wulffs Glaubwürdigkeit ist der Umfrage zufolge gesunken. Aktuell halten nur noch 27 Prozent der Deutschen den Bundespräsidenten für glaubwürdig (Montag: 36 Prozent, Dienstag: 32 Prozent). 68 Prozent halten ihn für nicht glaubwürdig (Montag: 61 Prozent, Dienstag: 64 Prozent). Dass Wulff ehrlich ist, glauben aktuell sogar nur noch 22 Prozent der Deutschen.

Die Befragung am Mittwoch erfolgte allerdings vor der Ausstrahlung des Interviews, in dem der Bundespräsident zu den Vorwürfen Stellung nahm. Darin sagte Wulff am Abend, er erhalte eine "große Unterstützung" in der Bevölkerung. Das Staatsoberhaupt räumte schwere Fehler ein, lehnte einen Rücktritt aber ab. Allerdings widersprach die "Bild"-Zeitung umgehend einer Darstellung von Wulff, er habe mit seinem Anruf beim Chefredakteur Kai Diekmann eine Berichterstattung zu der Kredit-Affäre nicht verhindern wollen.

lgr/dpa/Reuters
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