Umfrage Mehrheit der Deutschen ist unzufrieden mit Schwarz-Gelb

Höhenflug für die Grünen: In der Sonntagsfrage kommt die Partei erstmals auf 16 Prozent. Schlecht sehen die Werte im ARD-Deutschlandtrend für die Koalition aus: Drei Viertel der Befragten sind nicht zufrieden mit der Regierungsarbeit.


Berlin - Die meisten Deutschen sind einer Umfrage zufolge unzufrieden mit der Arbeit der schwarz-gelben Bundesregierung. In dem am Donnerstag veröffentlichten ARD-Deutschlandtrend von Infratest dimap erklärten 73 Prozent der Befragten, sie seien weniger oder gar nicht zufrieden mit der Regierungsarbeit von Union und FDP, als zufrieden sehen sich nur 26 Prozent an.

"Die letzten Wochen zeigen, dass Union und FDP einfach nicht mehr zusammen passen", erklärten zwei Drittel der Befragten und damit etwas mehr als noch im vergangenen Monat (plus vier Prozentpunkte auf 66 Prozent). Ebenfalls zwei Drittel unterstützen die Aussage: "Ich bin enttäuscht von dem, was die Regierung bisher geleistet hat." 57 Prozent erklärten zudem, die Bundesregierung habe bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen einen Denkzettel verdient.

In der Sonntagsfrage legen die Grünen um zwei Punkte zu und erreichen mit 16 Prozent ihren bislang besten Wert im ARD-Deutschlandtrend. Die SPD verliert demnach zwei Punkte auf 26 Prozent. Die Werte der anderen Parteien bleiben unverändert: CDU und CSU kämen im Bund auf 35 Prozent und blieben damit stärkste Kraft. Die Linke kommt in der Umfrage weiterhin auf zehn Prozent, während die FDP bei acht Prozent verharrt. Damit käme die schwarz-gelbe Koalition auf lediglich 43 Prozent. Ein Bündnis aus Union und Grünen hätte dagegen eine klare Mehrheit von 51 Prozent. Ein Drei-Parteien-Bündnis aus SPD, Grünen und Linken würde sogar 52 Prozent erreichen. Eine große Koalition aus Union und SPD käme theoretisch auf 61 Prozent.

Für die Erhebung zur Regierungszufriedenheit wurden 1000 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger telefonisch am 26. und 27. April befragt. Für die Sonntagsfrage wurden 1500 Leute vom 26. bis 28. April angerufen. Die Fehlerquote liegt bei jeweils 1,4 bis 3,1 Prozentpunkten.

can/Reuters



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