Umfrage Rot-Grün triumphiert, Union und FDP sacken ab

35 Prozent: Mehr ist für Union und FDP zusammen nicht drin. Laut einer Forsa-Umfrage würden die Liberalen nicht einmal die Fünfprozenthürde schaffen. SPD und Grüne hätten dagegen die absolute Mehrheit - wobei die Roten erstmals seit Monaten wieder vorne liegen.
Koalitionspolitiker Merkel und Rösler: Schlechte Werte für Kanzlerin und Wirtschaftsminister

Koalitionspolitiker Merkel und Rösler: Schlechte Werte für Kanzlerin und Wirtschaftsminister

Foto: TOBIAS SCHWARZ/ REUTERS

Hamburg - Womit will die Regierung jetzt noch bei den Bürgern punkten? Für 2013 hat Schwarz-Gelb Steuersenkungen versprochen, aber der Beschluss ist selbst in den eigenen Reihen umstritten - dem Umfrageinstitut Forsa zufolge hat die ohnehin schwächelnde Koalition damit Vertrauen bei den Bürgern verspielt.

In Zahlen sieht es dem Wahltrend von "Stern" und RTL zufolge so aus: Union und FDP kommen zusammen nur noch auf 35 Prozent, SPD und Grüne würden derzeit bei einer Bundestagswahl gemeinsam 47 Prozent und damit eine absolute Mehrheit der Mandate erreichen.

Die Union sinkt im Vergleich zur Vorwoche um zwei Punkte auf 31 Prozent, die FDP gibt einen Punkt ab und liegt mit vier Prozent wieder unter der Fünfprozenthürde für den Einzug in den Bundestag. Die SPD gewinnt einen Punkt hinzu und kommt auf 24 Prozent. Sie liegt den Angaben zufolge erstmals seit Anfang April wieder vor den Grünen, die bei 23 Prozent verharren. Die Linke klettert um einen Punkt auf zehn Prozent.

Laut Forsa-Analyse halten die Bürger eine Konsolidierung der Staatsfinanzen für weitaus wichtiger als Steuersenkungen und sehen in den Plänen der Koalition ein "rein wahltaktisches Manöver". Darunter leide auch das Ansehen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU).

Zuletzt hatte es aus der Schwesterpartei CSU deutliche Kritik an der CDU-Chefin gegeben: Merkel fehle es an Führungsstärke, hieß es, der CDU mangele es an Profil.

Wie seine Partei punktet auch der neue Wirtschaftsminister und FDP-Chef Philipp Rösler beim Wähler nicht: Nur 31 Prozent finden laut einer "Stern"-Umfrage, er mache seine Arbeit gut. 43 Prozent schätzen sie als weniger gut oder schlecht ein.

Für den Wahltrend wurden 2504 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger vom 4. bis 8. Juli befragt.

hen/dpa/dapd
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