SPIEGEL-Umfrage zur Landtagswahl CDU liegt in Schleswig-Holstein weit vorne

Seit fast fünf Jahren ist Daniel Günther Ministerpräsident von Schleswig-Holstein – und er wird es wohl auch bleiben. Die SPIEGEL-Umfrage zeigt: Kurz vor der Wahl ist Günthers CDU der SPD enteilt.
Ministerpräsident mit besten Siegchancen: Daniel Günther im Wahlkampf

Ministerpräsident mit besten Siegchancen: Daniel Günther im Wahlkampf

Foto: Petra Nowack / penofoto / IMAGO

Drei Tage vor der Landtagswahl in Schleswig-Holstein steuert Ministerpräsident Daniel Günther mit seiner CDU auf einen klaren Sieg zu. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey für den SPIEGEL.

Bei diesem Stimmungstest gaben 40 Prozent der Wählerinnen und Wähler im nördlichsten Bundesland an, ihre Stimme den Christdemokraten geben zu wollen. Dahinter folgt die SPD mit 20 Prozent. Ihr Kreuz bei den Grünen machen wollen demnach 15 Prozent, für die FDP sprechen sich 7 Prozent aus.

Die AfD würde mit sechs Prozent erneut den Sprung in das Kieler Parlament schaffen. Der als Minderheitenpartei von der Fünfprozenthürde befreite Südschleswigsche Wählerverband (SSW) käme auf eben diese fünf Prozent. Die Linke würden nur zwei Prozent wählen, der Partei droht also wie bei der Landtagswahl im Saarland ein katastrophales Ergebnis. Allerdings war die Linke schon bisher nicht im Landtag vertreten.

Wichtig zur Einordnung dieser Umfrage: Sie ist keine Prognose des Wahlausgangs, sondern gibt einen Zwischenstand im Meinungsbildungsprozess der Wähler wieder. Der Befragungszeitraum umfasste den 28. April bis 5. Mai 2022, also die vergangenen sieben Tage. Damit sind es bis zur Schließung der Wahllokale am Sonntag noch rund vier Tage, in denen sich die Wählenden noch umentscheiden können. Ein solches Verhalten war bei vielen Abstimmungen in der jüngeren Vergangenheit, vor allem bei Landtagswahlen, immer wieder zu beobachten.

Dazu kommt: Der statistische Stichprobenfehler beträgt bei dieser Umfrage bis zu plus/minus vier Prozent. Bei Parteien, die dicht beieinander liegen, können sich also durchaus noch Verschiebungen in der Reihenfolge ergeben. Der Trend zum klaren CDU-Wahlsieg ist allerdings eindeutig.

Ministerpräsident Günther (hier ein Porträt ) führt seit 2017 ein Jamaikabündnis mit den Grünen und der FDP an. Die CDU will diese Koalition fortsetzen, dies bekräftigte Günther am Mittwoch im TV-Triell der Spitzenkandidaten (lesen Sie hier mehr ): »Das Bündnis hat Schleswig-Holstein in den letzten Jahren gutgetan.« Er wolle in der Regierung »niemanden missen«. Fährt die Union aber tatsächlich ein solch starkes Ergebnis wie in der Umfrage ein, könnte Günther auch mit nur einem Partner eine Regierung bilden. Schwarz-Grün hätte eine klare Mehrheit, womöglich reicht es aber auch für Schwarz-Gelb.

Die SPD mit Spitzenkandidat Thomas Losse-Müller dagegen würde Grüne und Liberale gern für ein Ampelbündnis nach Bundesvorbild gewinnen – angesichts des klaren CDU-Vorsprungs erscheint dieses Ziel aktuell jedoch ambitioniert.

2017 hatte Günthers CDU die Wahl mit 32 Prozent deutlich vor der SPD gewonnen, die 27,3 Prozent holte. Es folgten die Grünen mit 12,9 Prozent und die FDP mit 11,5 Prozent. Die AfD schaffte mit 5,9 Prozent den erstmaligen Einzug in das Parlament. Der von der Sperrklausel ausgenommene SSW erreichte 3,3 Prozent.

Die Wahl in Schleswig-Holstein ist die zweite von vier Landtagswahlen in diesem Jahr. Ende März wurde bereits im Saarland gewählt. Am 15. Mai folgt Nordrhein-Westfalen. In Niedersachsen findet am 9. Oktober die Wahl statt.

als/dpa/AFP