Umfrage Schwarz-Gelb stürzt auf Neunjahrestief

Der Dauerkrach in der Koalition geht immer mehr Wählern auf die Nerven: In einer neuen Forsa-Umfrage fällt Schwarz-Gelb in der Gunst der Bürger auf den niedrigsten Wert seit neun Jahren. Die Mehrheit der Befragten gab demnach der FDP die Schuld am ständigen Streit.

Koalitionäre Westerwelle, Merkel: 84 Prozent der Bürger bezeichnen Bündnis als zerstritten
dpa

Koalitionäre Westerwelle, Merkel: 84 Prozent der Bürger bezeichnen Bündnis als zerstritten


Hamburg - Die schwarz-gelben Koalitionäre streiten über Steuern, Gesundheitspolitik und Guido Westerwelles Hartz-IV-Tiraden - in den vergangenen Tagen haben die Vorwürfe gegen den deutschen Außenminister, Berufliches und Privates nicht zu trennen, das Bild der Regierung in der Öffentlichkeit zusätzlich beschädigt. Die Folgen: Union und FDP verlieren in der Bevölkerung immer stärker an Rückhalt.

CDU/CSU sanken in der wöchentlichen Umfrage des Magazins "Stern" und des Fernsehsenders RTL im Vergleich zur Vorwoche um zwei Punkte auf 33 Prozent. Dies sei der niedrigste Wert in diesem Jahr. Die FDP büßte einen Punkt auf acht Prozent ein. Die gemeinsamen 41 Prozent - drei Punkte weniger als bei Forsa in der letzten Woche - sind den Angaben zufolge das schlechteste Ergebnis für Schwarz-Gelb seit Februar 2001. Der Absturz der Regierungsparteien ist bei den Forsa-Umfragen besonders stark. In einer Umfrage vom Donnerstag vergangener Woche des Instituts Infratest dimap kamen Union und FDP noch zusammen auf 46 Prozent, CDU/CSU lagen dort bei 36 Prozent, die FDP bei zehn.

In der neuen Umfrage für den "Stern" bezeichneten 84 Prozent der Bürger die Koalition als zerstritten. Lediglich acht Prozent sagten, CDU, CSU und FDP würden an einem Strang ziehen. Mehr als jeder Zweite (55 Prozent) hielt die FDP für schuldig am Streit in der Koalition. Eine gleichmäßige Verteilung der Verantwortung hierfür machten 28 Prozent aus.

Leichte Zuwächse kann derweil die SPD verzeichnen: Die Sozialdemokraten verbesserten sich laut der Umfrage in der Wählergunst um einen Punkt auf 23 Prozent. Für die Partei von Sigmar Gabriel ist das das beste Ergebnis in diesem Jahr. Auch die Linke stieg um einen Punkt auf zwölf Prozent. Für die Grünen würden erneut 16 Prozent der Wähler stimmen.

Für die Erhebung der Parteipräferenz wurden 2502 repräsentativ ausgesuchte Bundesbürger vom 1. bis 5. März durch das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragt.

anr/ddp

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genugistgenug 07.03.2010
1. Ist die FDP noch glaubwürdig? N.E.I.N.
Zitat von sysopSeit Wochen kämpft die FDP gegen den Ruf der Käuflichkeit - jetzt erhalten die Vorwürfe neue Nahrung. Nach einem SPIEGEL-Bericht über die Reisedelegationen von Außenminister Westerwelle wittert die Opposition Amtsmissbrauch. Wie glaubwürdig ist die FDP noch? Diskutieren Sie mit!
wie weit geht Westerwelle noch? Wie lange duldet die FDP seine Machenschaften? Wie durchseucht ist die FDP selbst von diesem Gedankengut? Zuerst läßt sich die FDP kauf..äh etwas spenden, um davon abzulenken peitscht Westerwelle auf Bedürftige ein - zwischendruch kommt die Nachricht dass im Saarland die Grünen Spenden eines FDP Mitgliedes angenommen haben, dann läßt Westerwelle den Bruder Barnabas auf dem Nockherberg kreuzigen (unter Zuhilfenahme des Zentralrates dessen Vorsitzende bei dem Witz über die Katholiken, Päderatsen und die Nieten die das Schifflein Petri zusammenhalten, slebst gelacht hat), auch wieder nur um abzulenken. Wieso veröffentlicht die FDP nicht gleich Preislisten? Wieso werden die Wählerstimmen nicht direkt gekauft? PS. auf dem Nockherberg wurde Westerwelles Traum sehr gut präsentiert. In dem Lied 'ich reise gratis um die Welt' Vielleicht findet er mal eine never come back airline und nimmt die ganze ReGIERUng mit.
ewspapst 07.03.2010
2. Politik
Zitat von sysopSeit Wochen kämpft die FDP gegen den Ruf der Käuflichkeit - jetzt erhalten die Vorwürfe neue Nahrung. Nach einem SPIEGEL-Bericht über die Reisedelegationen von Außenminister Westerwelle wittert die Opposition Amtsmissbrauch. Wie glaubwürdig ist die FDP noch? Diskutieren Sie mit!
Wie so "noch"? Nicht nur angefangen von Lambsdorf ....
Erasmus2 07.03.2010
3. FDP die glaubwürdigste Partei im Parlament
Zitat von sysopNach dem Regierungswechsel sehen sich Union und FDP dem Vorwurf der Klientel-Politik ausgesetzt. Eine wichtige Rolle dabei spielen die Parteispenden - und deren Wirkung auf die Politik. Ein Thema, das aktuell, aber nicht neu ist. Wie sehen Sie diese Problematik? Welchen Einfluss haben Parteispenden auf die Politik?
Das wäre ja auch mal was ganz Neues, wenn die Opposition sich nicht nur in jämmerlichen Schlammschlachten ergehen, sondern tatsächlich Lösungsvorschläge für die Probleme dieses Landes präsentieren würde. Gabriel hat Westerwelle als Rechtsradikalen gebrandmarkt, weil er gefordert hat, Arbeitslose müssten für die Gesellschaft tätig werden. TAGE später sagt SPD-Vize Kraft genau dasselbe. Sie geht sogar noch weiter und attestiert jedem vierten Hartzer Chancenlosigkeit. Na, das ist doch mal ermunternt. Was soll denn mit so einer Aussage gewonnen werden? Sie ist auf den Einzelfall gar nicht anwendbar und schafft ein generelles Gefühl der Ohnmacht. Was wäre in dieser Republik losgewesen, hätte Westerwelle sowas gesagt? Also liebe Grüne und liebe SPD. Einfach mal versuchen konstruktiv zu arbeiten. Politik erschöpft sich nicht in der Diskreditierung und Zerstörung der Gegner. Die linke Intoleranz und Doppelmoral muss auch mal ein Ende haben. Die FDP macht genau das was sie vor der Wahl angekündigt hat. Man muss schon ziemlich verdreht sein, um das als was Schlechtes zu brandmarken. Wenn es eine Partei gibt, die nun wirklich überhaupt keine Glaubwürdigkeit besitzt, dann ist es die SPD. Stichwort Mehrwertsteuererhöhung. Die Opposition will nur von den eigenen Leichen im Keller ablenken. Und SPON macht natürlich fleißig mit.
Crunchilla 07.03.2010
4. ...
Ich frage mich, ob die FDP Wähler wirklich überrascht sind. Das Problem ist momentan, dass das was die FDP tut, wahrscheinlich auch alle anderen Parteien tun, aber die Gesamtschau der Ereignisse, die in den letzten Wochen eingetreten sind, vermittelt tatsächlich den Eindruck vermittelt, dass hier eine Art Käuflichkeit gegeben sein könnte. Aber dennoch hätte ich es mir bei einer Partei wie der FDP denken können, dass immer noch ein bisschen mehr in dieser Richtung passiert, als bei den anderen. Wer das nicht wusste, der sollte sich ein bisschen mehr mit Politik beschäftigen und nächstes Mal genau überlegen, was er wählt, bevor dann wieder motzt.
Dr_Lecter 07.03.2010
5. Korruption
Man wird in diesem Land ja wohl noch sagen dürfen, dass korrupte Politiker aus dem Amt entfernt werden müssen! Wenn Herr Westerwelle das verbieten will, ist das Sozialismus!
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