Regierungsbündnis Umfrage sieht Große Koalition erstmals unter 50 Prozent

Die Zustimmung zur Regierungskoalition ist laut einer Insa-Umfrage so schlecht wie nie: Wäre jetzt Bundestagwahl, käme Schwarz-Rot auf 49 Prozent. Innenminister de Maizière sorgt sich um die Union.

Gabriel, Merkel, Seehofer (Archivbild)
DPA

Gabriel, Merkel, Seehofer (Archivbild)


Das Meinungsforschungsinstitut Insa meldet eine Premiere - und die dürfte den Parteichefs von CDU, CSU und SPD kaum gefallen: Zum ersten Mal ist die Zustimmung der Deutschen zur Großen Koalition unter die Marke von 50 Prozent gesunken. Das geht aus einer Insa-Umfrage hervor, über die die "Bild"-Zeitung berichtet.

Demnach kämen CDU und CSU aktuell auf 30 Prozent, das ist ein halber Punkt weniger als in der Vorwoche. Die SPD verliert der Umfrage zufolge ebenfalls einen halben Punkt und liegt nur noch auf 19 Prozent.

Auch die Linke müsste im Vergleich zur Vorwoche einen halben Punkt abgeben und liegt laut Insa noch bei 9,5 Prozent. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, würde die FDP demnach zulegen und zwar einen Punkt auf acht Prozent. Grüne und AfD halten den Informationen zufolge mit 13 Prozent und 15 Prozent ihre Ergebnisse der Vorwoche.

Für den Insa-Meinungstrend im Auftrag der Zeitung wurden vom 25. bis zum 30. Mai 2016 insgesamt 2053 Wahlberechtigte befragt.

De Maizière: Konflikte in der Union intern klären

Bis zur nächsten Bundestagswahl sind es noch anderthalb Jahre. In den vergangenen Wochen hatte es vielfach Ärger innerhalb der Koalition gegeben: CSU-Chef Horst Seehofer kritisierte immer wieder die Flüchtlingspolitik von CDU-Chefin und Kanzlerin Angela Merkel, auch über ihren Türkei-Deal hat er wenig Positives zu sagen. Außerdem streitet die Union über den richtigen Umgang mit der rechtspopulistischen AfD.

Inzwischen sei "ein Zustand erreicht, der der Union im Ganzen schadet", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Meinungsunterschiede sollten hinter verschlossenen Türen ausgetragen und nicht immer wieder öffentlich angefeuert werden.

Für Koalitionskrach hatte auch die Debatte um die weitere Zulassung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat gesorgt: Die Union ist dafür, die SPD dagegen. Parteichef Sigmar Gabriel warf Merkel zudem unnötige Eile bei den Verhandlungen über das transatlantische Freihandelsabkommen TTIP vor.

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aar/dpa

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