Umfrage SPD pirscht sich an Union heran

Nur noch zwei Prozentpunkte trennen Union und SPD in der jüngsten Umfrage von Emnid. Während CDU und CSU auf den schlechtesten Wert seit November 2010 fielen, ging es für die Sozialdemokraten deutlich nach oben.


Berlin - Es wird eng für die Union: Setzt sich der Trend fort, dann könnte die SPD in der Wählergunst schon bald mit CDU und CSU gleichziehen. Dabei lagen die Genossen einst deutlich hinter der Union.

Im repräsentativen Sonntagstrend, den das Meinungsforschungsinstitut Emnid wöchentlich im Auftrag der "Bild am Sonntag" erhebt, gewinnen die Sozialdemokraten zwei Prozentpunkte hinzu und kommen jetzt auf 29 Prozent. CDU und CSU verlieren zwei Prozentpunkte und liegen jetzt bei nur noch 31 Prozent. Für die Union ist das der niedrigste Wert seit Mitte November 2010.

Hinzugewinnen kann der Koalitionspartner FDP, die Liberalen liegen jetzt bei fünf Prozent (+1). Die Grünen verlieren leicht, die Öko-Partei kommt jetzt auf 20 Prozent (-1). Auch die Linkspartei verliert und kommt jetzt auf acht Prozent (-1). Die sonstigen Parteien gewinnen auf sieben Prozent hinzu (+1).

Emnid befragte für den repräsentativen Sonntagstrend zwischen dem 11. und dem 17. August 2011 insgesamt 2366 Wahlberechtigte.

In einer am Freitag veröffentlichten Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des ARD-"Morgenmagazins" kam die SPD auf 27 Prozent, die Union auf 34 Prozent. Die Grünen landeten danach bei 21 Prozent, die Linke bei sieben, die FDP könnte mit fünf Prozent rechnen.

Im SPIEGEL schloss SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier jetzt eine Große Koalition nach der nächsten Bundestagswahl aus. "Es wird im Bund auf absehbare Zeit keine Große Koalition mehr geben", sagte Steinmeier. Auch für den Fall, dass die schwarz-gelbe Koalition vorzeitig brechen sollte, schloss Steinmeier einen Eintritt in die Regierung aus: "Koalitionsfragen oder gar ein Wechsel der Koalition stehen nicht an."

Sollte Bundeskanzlerin Angela Merkel im Bundestag keine eigene Mehrheit für eine Ausweitung des Euro-Rettungsschirms bekommen, wäre die Koalition allerdings am Ende, zitierte das Magazin Steinmeier. Der SPD-Politiker war in der rot-grünen Regierung Kanzleramtschef und in der großen Koalition unter Merkel von 2005 bis 2009 Außenminister.

hen/dpa-AFX/AFP/Reuters

insgesamt 58 Beiträge
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Foul Breitner 21.08.2011
1. Schröder
hatte Emnid damals rausgeworfen. Jetzt scheint es wieder zu passen.
Schwede2 21.08.2011
2. Kunststück, - bei der mieserablen Performance der CDU
Zitat von sysopNur noch zwei Prozentpunkte trennen Union und SPD in der jüngsten Umfrage von Emnid. Während CDU und CSU auf den schlechtesten Wert seit November 2010 fielen, ging es für die Sozialdemokraten deutlich nach oben. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,781497,00.html
Spätestens vor der Wahl wird dem Wähler und seinem Geldbeutel klar, wer die perversesten Folterwerkzeuge im Sack hat. Gabriel und Trittin sind heute schon verwegen genug, Eurobonds und ähnliches Selbstmordgerät zu propagieren. Danach folgen massive Steuererhöhungen, begleitet von ein paar wachsweichen Einsparungen. Und fertig ist ROT-GRÜN. Der Spinat schmeckt mir nicht! - Das muss mal klar sein!
Binideppert? 21.08.2011
3. Wahlkampfschlager
Die Euro-Bonds scheinen der Wahlkampfschlager der Sozis zu werden. Leute, wählt SPD, sagt ja zu den Euro-Bonds, freut euch auf die Agenda 2020!
enlightenment 21.08.2011
4. Nachrichtenwert gleich Null
Zitat von sysopNur noch zwei Prozentpunkte trennen Union und SPD in der jüngsten Umfrage von Emnid. Während CDU und CSU auf den schlechtesten Wert seit November 2010 fielen, ging es für die Sozialdemokraten deutlich nach oben. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,781497,00.html
Es ist meine ganz bescheidene Meinung, und vielleicht bin ich mit dieser Meinung ja auch allein, aber ob SPD oder CDU, ob FDP oder Grüne - das macht doch keinen echten Unterschied mehr aus! Viel interessanter fände ich es, eine Umfrage über das mögliche Abschneiden der FREIHEIT in Berlin zu lesen. (Ja, ja, ich weiß und befürchte, es reicht nicht für die 5%, aber die Hoffnung stirbt zuletzt.) Anybody out there, who agrees?
reinhard_m, 21.08.2011
5. Stimmt schon
der Wähler will betrogen werden, entweder von schwarz-gelb oder rot-grün. Und weil ein Betrug aller durch alle zur gleichen Zeit nur mit einer Allparteien-Koalition möglich wäre, wechselt man sich halt alle paar Jahre ab. Solange die Schafe brav mitspielen profitieren alle - außer den Schafen, die werden geschoren.
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