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05. Juli 2007, 23:21 Uhr

Umfrage

SPD rutscht weiter ab - Steinmeier bei Kandidaten-Frage vor Beck

Die SPD verliert bei den Wählern weiter an Gunst. Bei einer neuen Umfrage der ARD erreichen sie gerade noch 28 Prozent der Stimmen. Die Union dagegen legte zu. Außenminister Steinmeier galt bei den Befragten als Favorit für eine SPD-Kanzlerkandidatur - weit vor Parteichef Beck.

Köln - Die SPD rutscht in der Wählergunst immer weiter ab. Nach
dem heute veröffentlichen ARD-Deutschlandtrend erhielten
die Sozialdemokraten bei einer Bundestagswahl derzeit nur noch 28 Prozent der Stimmen, drei Prozentpunkte weniger als im Juni. Die CDU/CSU käme auf 38 Prozent (plus ein Punkt). Stärkste
Oppositionskraft ist nunmehr mit elf Prozent (plus zwei Punkte) die Linkspartei. FDP (plus ein Prozentpunkt) und Grüne (minus ein Punkt) liegen gleichauf bei zehn Prozent.

Für die SPD erbrachte die von Infratest dimap im Auftrag der
ARD-Tagesthemen erhobene Umfrage den schlechtesten Wert seit September 2006, für die CDU/CSU den besten seit Mai vergangenen Jahres. Die Linkspartei legte nach ihrer Vereinigung mit der WASG vor allem im Westen Deutschlands zu, und zwar um zwei Prozentpunkte.

In der Frage nach den persönlichen Sympathiewerten hat
Bundeskanzlerin Angela Merkel kräftig um sechs Prozentpunkte
zulegen können. Die CDU-Vorsitzende kam auf 75 Prozent Zustimmung. Auf Platz zwei liegt Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) mit 69 Prozent (plus fünf Punkte) vor Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) mit 59 Prozent (minus ein Punkt). Vierter und größter Gewinner in der Liste ist Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) mit 54 Prozent (plus sieben Punkte), auf Platz fünf rangiert der SPD-Vorsitzende Kurt Beck mit 35 Prozent (minus zwei Punkte), seinem bisher schlechtesten Wert.

Der ARD-Deutschlandtrend fragte auch danach, wer für die SPD als Kanzlerkandidat ins Rennen gehen sollte. 43 Prozent aller Befragten und 50 Prozent der SPD-Anhänger votierten für Steinmeier. Steinbrück kam auf 39 Prozent von allen und auf 45 Prozent Zustimmung aus dem SPD-Lager. Parteichef Beck landete mit 30 Prozent (38 Prozent aus der eigenen Partei) ebenso deutlich abgeschlagen wie Bundesarbeitsminister Franz Müntefering mit 30 Prozent insgesamt und ebenfalls 38 Prozent aus der eigenen Partei.

Infratest dimap befragte vom 2. bis 4. Juli 1.500 wahlberechtigte
Bundesbürger ab 18 Jahren nach ihrer Parteipräferenz. Nach ihrem Favoriten für die Kanzlerkandidatur der SPD wurden 1.000
Bundesbürger gefragt.

Auch in einer heute veröffentlichten Forsa-Umfrage für den
Sender n-tv hielten 47 Prozent der Befragten Steinmeier als
SPD-Kanzlerkandidaten für besser geeignet, für Beck sprachen sich nur 27 Prozent aus. In der Vorwoche lag Steinmeier bei 45 und Beck bei 28 Prozent. Auch unter denjenigen, die bei der Bundestagswahl 2005 die SPD gewählt haben, hatte der künftige Parteivize Steinmeier einen deutlichen Vorsprung: 49 Prozent halten den Bundesaußenminister momentan für den besseren Kanzlerkandidaten. Beck kam bei den SPD-Wählern auf 32 Prozent. Forsa befragte am Montag und Dienstag 1003 Bundesbürger.

kai/AP/AFP

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