Umfrage SPD sackt wieder ab

Gerade stiegen die Sozialdemokraten ein wenig in der Wählergunst, doch schon droht neues Ungemach. SPD-Dissidenten wollen zur Bundestagswahl 2006 antreten und laut einer neuen Umfrage befindet sich die Regierungspartei schon wieder im Abwärtstrend.


SPD-Chef Müntefering und sein General Klaus Uwe Benneter (v.l.): Neues Ungemach droht
DPA

SPD-Chef Müntefering und sein General Klaus Uwe Benneter (v.l.): Neues Ungemach droht

Nürnberg - Der Antritt zur kommenden Bundestagswahl "ist auf jeden Fall unser Ziel. Das letzte Wort hat natürlich die künftige Parteiführung", sagte der Sprecher der in der "Wahlalternative Arbeit & soziale Gerechtigkeit" zusammengeschlossenen SPD-Dissidenten, Murat Cakir, heute der Nachrichtenagentur dpa. Man sei zuversichtlich, bei der Wahl die Fünf-Prozent-Hürde zu nehmen, unterstrich der Sprecher. Die unter dem Kürzel WASG firmierende Alternative verstehe sich als "parlamentarischer Arm der außerparlamentarischen Opposition", sagte Cakir.

Über die Gründung einer neuen Linkspartei will die WASG an diesem Wochenende (20./21. November) bei einer Bundesdelegiertenkonferenz in Nürnberg entscheiden. Bei der Versammlung würden die rund 250 Delegierten aus 16 Landesverbänden auch über eine Teilnahme der neuen Partei an den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen im Mai 2005 beraten. Derzeit gebe es dazu unter den rund 6000 Mitgliedern noch kein einheitliches Bild. "Es gibt welche, die dafür sind. Es gibt aber auch einige, die sich dagegen aussprechen", berichtete Cakir.

Laut der neuesten Forsa-Umfrage sackt die SPD in der Wählergunst erneut ab. In der wöchentlichen Erhebung für das Magazin "Stern" und den Fernsehsender RTL kamen die Sozialdemokraten auf 31 Prozent und büßten damit im Vergleich zur Vorwoche einen Punkt ein, wie das in Hamburg erscheinende Blatt vorab berichtete. Die Union verbesserte sich dagegen um einen Punkt und erreichte 40 Prozent.

Unverändert blieben die Werte der Grünen mit elf und der FDP mit acht Prozent. Die PDS kam wie in der Vorwoche auf fünf Prozent. Für "sonstige Parteien" votierten fünf Prozent der 2499 Befragten. Damit hätte eine mögliche Koalition von Union und FDP mit 48 Prozent wieder eine Mehrheit gegenüber SPD, Grünen und PDS, die zusammen auf 47 Prozent kämen.



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