Umfrage SPD und Union sinken in der Wählergunst

Die langwierigen Koalitionsverhandlungen scheinen SPD und CDU/CSU im Wählerurteil nicht sonderlich zu bekommen. Laut ZDF-Politbarometer mussten nach den personellen Turbulenzen vor allem die Sozialdemokraten, aber auch die Unionsparteien deutliche Einbußen hinnehmen.


Mainz - Die SPD kommt der Umfrage zufolge nur noch auf 31 Prozent und büßt damit fünf Punkte ein. CDU/CSU verloren zwei Punkte und erreichten nur noch 38 Prozent.

Von den Verlusten der großen Bundestagsparteien konnten die kleinen profitieren: Die FDP legt einen Punkt zu und erreicht neun Prozent. Die Zustimmung zu Linkspartei und Grünen steigt um je zwei Punkte auf neun beziehungsweise zehn Prozent.

Der große Verlierer unter den Politikern ist CSU-Chef Edmund Stoiber. In der persönlichen Zustimmung rutschte er auf der Skala von minus fünf bis plus fünf von minus 0,8 auf minus 1,4 ab. Selbst bei den CSU-Anhängern bekam er mit 0,1 einen sehr schlechten Wert. 66 Prozent aller Befragten glauben nicht, dass die CSU in wichtigen Fragen hinter ihrem Vorsitzenden steht. 62 Prozent finden es gut, dass Stoiber nicht Wirtschaftsminister einer Großen Koalition werden will.

Die von Union und SPD geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer lehnen 63 Prozent der Befragten ab. Hingegen sind 81 Prozent für eine "Reichensteuer" und nur 18 Prozent dagegen. In der Einschätzung über den Nutzen einer Großen Koalition ist das Land gespalten: 49 Prozent erwarten, dass sie einen wichtigen Beitrag zur Lösung der Probleme in Deutschland leistet. Ebenfalls 49 Prozent erwarten keinen wichtigen Beitrag dazu. Allerdings sind die Anhänger der Union (60 Prozent) und die der SPD (57 Prozent) etwas optimistischer als die der anderen Parteien.

Franz Münteferings Verzicht auf den Vorsitz der SPD halten nur 41 Prozent für richtig und 50 Prozent für nicht richtig. Der Rest sagt: "weiß nicht". Über die Führungsqualitäten des designierten SPD-Chefs Matthias Platzeck trauen sich 53 Prozent kein Urteil zu. Allerdings erwarten 50 Prozent, dass es ihm gelingen wird, den Zusammenhalt in der SPD wieder zu stärken. Mit 61 Prozent sind die Hoffnungen auf Platzeck bei den SPD-Anhängern besonders hoch.



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