Debatte über Nebeneinkünfte Wähler strafen Steinbrück ab

Der Streit über seine Nebeneinkünfte hat Peer Steinbrück offenbar geschadet. Der SPD-Kanzlerkandidat fiel in der Rangliste der beliebtesten Politiker weit hinter Kanzlerin Merkel auf den sechsten Platz. Die Union hat laut der aktuellen Umfrage ein Jahr vor der Wahl die besten Werte seit Ende 2007.
Steinbrück und Merkel (Archivaufnahme): Die Kanzlerin würde haushoch gewinnen

Steinbrück und Merkel (Archivaufnahme): Die Kanzlerin würde haushoch gewinnen

Foto: Gero Breloer/ AP

Berlin - Die Diskussion über seine Nebeneinkünfte kostet Peer Steinbrück Sympathien bei den Wählern: Nach einer Erhebung für den neuen ARD-Deutschlandtrend sind 67 Prozent der Befragten der Ansicht, dass die Nebentätigkeiten dem designierten SPD-Kanzlerkandidaten bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr schaden.

In der Rangliste der beliebtesten Politiker verlor Steinbrück im Vergleich zum Oktober gleich neun Prozentpunkte. Mit 50 Prozent fiel er damit von Platz drei auf Platz sechs zurück. Unangefochten an der Spitze liegt unverändert Angela Merkel vor Finanzminister Wolfgang Schäuble. 68 Prozent der Befragten sind demnach mit Merkels Arbeit zufrieden. Die Kanzlerin würde bei einer Direktwahl des Regierungschefs Steinbrück auch mit 53 zu 36 Prozent haushoch schlagen.

Auf den dritten Platz rückte die nordrhein-westfälische Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) vor. Ihr folgen SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU)

CDU und CSU sind laut der Umfrage von Infratest dimap bei den Wählern so gut angesehen wie zuletzt Ende 2007. Würde das Parlament bereits am kommenden Sonntag neu gewählt, könnte die Union mit 40 Prozent der Stimmen rechnen. Das ist ein Punkt mehr als im Oktober. Gegenüber dem Vormonat verloren die Sozialdemokraten einen Punkt und liegen nun bei 30 Prozent. Die Grünen legten drei Zähler auf 14 Prozent zu, die Linke gibt einen Punkt auf sechs Prozent ab. FDP und Piratenpartei bleiben unverändert bei je vier Prozent - und wären damit im nächsten Bundestag nicht mehr vertreten.

Eine Mehrheit von 59 Prozent der Deutschen lehnt das beim Koalitions-Spitzentreffen beschlossene Betreuungsgeld ab, 39 Prozent unterstützen es. Ansonsten begrüßen die Bürger die Beschlüsse mehrheitlich: Die Abschaffung der Praxisgebühr findet mit 88 Prozent große Zustimmung, 85 Prozent unterstützen auch die Aufstockung von Mini-Renten. Aus Sicht der Mehrheit von 62 Prozent handelt es sich bei den Beschlüssen insgesamt eher um Wahlgeschenke.

als/dpa/Reuters
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