Umfrage Stoibers steiler Aufstieg

Vier Monate vor der Bundestagswahl am 22. September steigen die Chancen der Oppositionsparteien CDU/CSU und FDP, die jetzige rot-grüne Bundesregierung abzulösen. Nach der jüngsten Umfrage von NFO Infratest im Auftrag des SPIEGEL kämen, wenn am nächsten Sonntag Wahl wäre, Union und Liberale zusammen auf 52 Prozent, SPD und Grüne erhielten gemeinsam nur noch 39 Prozent.


Stoiber: Hält die Union ihren Vorsprung bis September?
DDP

Stoiber: Hält die Union ihren Vorsprung bis September?

Hamburg - Die SPD setzt ihren Sturzflug fort und liegt, der Umfrage zufolge, jetzt bei 33 Prozent. Damit erhöht sich der Abstand zur CDU/CSU, die nun mit 40 Prozent der Stimmen rechnen kann, auf 7 Prozentpunkte - im Vormonat lag die Union erst um 2 Prozentpunkte vor den Sozialdemokraten. Die sind jetzt weit von ihrem Ersatz-Wahlziel entfernt, wenigstens als stärkste Fraktion in den Bundestag einzuziehen.

Die FDP macht einen großen Sprung nach vorn: Sie legte von 9 auf 12 Prozent zu. Die Debatte um die Äußerungen ihres Parteivize Jürgen Möllemann über Michel Friedman vom Zentralrat der Juden scheint den Liberalen nicht geschadet zu haben. Bündnis 90/Die Grünen fallen gegenüber der April-Umfrage um 2 Prozentpunkte auf 6 Prozent zurück, die PDS auf 5 Prozent (minus 1).

Auch Unions-Kanzlerkandidat Edmund Stoiber kann eine deutlich gestiegene Zustimmung verbuchen. 42 Prozent der Befragten sind mit seiner politischen Arbeit zufrieden, das sind 8 Prozentpunkte mehr als im April. Der Vorsprung von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), dessen Arbeit von 53 Prozent gut geheißen wird, schrumpft damit auf 11 Prozentpunkte. Für die SPIEGEL-Umfrage wurden zwischen dem 21. und 23.Mai rund 1000 Personen befragt.

SPD-Generalsekretär Franz Müntefering kündigte in der "Welt am Sonntag" angesichts der schlechten Umfragewerte für seine Partei eine Zuspitzung des sozialdemokratischen Wahlkampfes an. Es gehe um den Vergleich der Wahlprogramme der Parteien. Und da zeige sich, dass das Konzept der SPD zuverlassig, zukunftsfähig und bezahlbar sei. "Das ist bei der Union nicht der Fall", sagte Müntefering.

Der Generalsekretär äußerte sich darüber hinaus zuversichtlich, dass die anspringende Konjunktur auch die Zahl der Arbeitslosen bald wieder unter die Vier-Millionen-Marke drücken werde.



© SPIEGEL ONLINE 2002
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.