Umfrage Merkel liegt in der Wählergunst weit vor Steinbrück

Es wird schwer für Peer Steinbrück, wenn er Angela Merkel besiegen will: Zehn Prozentpunkte Rückstand hat die SPD laut einer Umfrage zurzeit auf die Union. Auch ein rot-grünes Bündnis würde dem Kanzlerkandidaten demnach nicht helfen, um kommendes Jahr die Bundestagswahl zu gewinnen.

Steinbrück: Die SPD liegt in Umfragen noch weit hinter der Union
dapd

Steinbrück: Die SPD liegt in Umfragen noch weit hinter der Union


Hamburg - "Wir setzen auf Sieg und nicht auf Platz." Mit diesen markigen Worten hatte Peer Steinbrück bei seiner Rede auf dem Parteitag der NRW-SPD in Münster seine Ansprüche verdeutlicht. Doch noch sieht die Realität anders aus für den Kanzlerkandidaten der Sozialdemokraten - von einem Triumph über Angela Merkel ist er zurzeit weit entfernt.

Bei einer Emnid-Umfrage für "Bild am Sonntag" liegt die SPD mit 27 Prozent zehn Punkte hinter CDU und CSU (37 Prozent). Selbst Rot-Grün käme zusammen nur auf 40 Prozent. Schwarz-Gelb würde trotz der Schwäche der FDP (fünf Prozent) 42 Prozent erreichen. Die Linkspartei kommt auf acht Prozent, die Piraten auf sechs Prozent. Die Sonstigen landen bei vier Prozent.

Fast zwei Drittel der Deutschen (63 Prozent) glauben laut dieser Umfrage nicht, dass Steinbrück tatsächlich Bundeskanzler wird. Nur 27 Prozent der Befragten erwarten, dass er 2013 tatsächlich Merkel ablöst. Würde der Bundeskanzler in Deutschland direkt gewählt, liegt der frühere NRW-Ministerpräsident gegen Merkel weiter deutlich im Rückstand: Für die CDU-Chefin würden 46 Prozent stimmen, für Steinbrück nur 37 Prozent.

Steinbrück stellte klar, dass er kein Bündnis mit der Linkspartei oder den Piraten nach der Bundestagswahl eingehen will. "Die SPD wird mit der Linken keine Koalition bilden. Die Piraten werden nicht regieren wollen - und könnten es auch nicht", sagte er der "Welt am Sonntag". "Deswegen tun wir alles dafür, so stark wie möglich zu werden und die Regierung anzuführen." Erneut lehnte er auch eine große Koalition ab: "Wir wollen keine große Koalition, wir wollen Rot-Grün." Von einer rot-grünen Minderheitsregierung hält Steinbrück ebenfalls nichts. Dies sei angesichts der Turbulenzen in Europa nicht möglich.

Der Ex-Finanzminister äußerte sich zurückhaltend zu seiner Wahlkampfstrategie. "Es gibt keine fertige Blaupause, wie die SPD die Wahl gewinnt. Jeder Wahlkampf unterliegt eigenen Bedingungen", sagte er. "Es geht nicht um Herrn Steinbrück oder Frau Merkel. Es geht darum, wie man Deutschland besser machen kann."

Steinbrück will sich auch um die Unterstützung des linken Flügels seiner Partei bemühen. Mit dem zuständigen Koordinator im Parteivorstand, Ralf Stegner, traf er sich vor der Kandidatur zu Vier-Augen-Gesprächen. "Ich habe mit Steinbrück in den letzten Wochen konstruktiv geredet, auch über das Wahlkampfprofil", berichtet Stegner. Unser Verhältnis ist konstruktiv genug für eine gute Mannschaftsleistung." Linke und Jusos hatten Steinbrück unmittelbar nach der Entscheidung über die Kanzlerkandidatur unter Druck gesetzt.

Am Freitag wird sich Steinbrück eine Stunde lang mit Generalsekretärin Andrea Nahles zusammensetzen und mit ihr die SPD-Taktik für das nächste Jahr besprechen. Am Montag wird für ihn bereits ein Büro im Willy-Brandt-Haus eingerichtet. Nahles überlässt Steinbrück auch ihre Sekretärin.

als/Reuters/dapd

insgesamt 215 Beiträge
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frank.w 30.09.2012
1. Das schafft er...
...ich empfehle allerdings dringend sich auf die Probleme von 80% des Volkes einzulassen und nicht nur vom Elfenbeinturm der Politik aus das Land zu beobachten. Ein Besuch bei "aufs Maulschauern" wie Schramm oder Pispers, gerne auch mehrmals, könnte eine effektive Art der Erdungshilfe sein!
mhwse 30.09.2012
2. rein nach
es findet im Netz viel Merkel Bashing statt, dass sich rein auf Äusserlichkeiten beschränkt. Die SPD wäre gut beraten das ernst zu nehmen .. auch in Deutschland werden Politiker nach ihrem Erscheinungsbild gewählt...
neu_im_forum 30.09.2012
3. Was erwartet...
Zitat von sysopdapdEs wird schwer für Peer Steinbrück, wenn er Angela Merkel besiegen will: Zehn Prozent Rückstand hat die SPD laut einer Umfrage zurzeit auf die Union. Auch ein rot-grünes Bündnis würde dem Kanzlerkandidaten demnach helfen, um kommendes Jahr bei der Bundestagswahl zu gewinnen. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/umfrage-union-liegt-zehn-punkte-vor-steinbrueck-und-der-spd-a-858776.html
Ihr denn alle. Der Steinbrück ist doch nicht Gandalf! Wenigstens wird kein langweiliger Wahlkampf wie bei Steinmeier. Die Merkel zu schlagen ist leider fast unmöglich. Die Deutschen wollen betrogen und eingelullt werden. Frei nach Norbert Blüm: Der Euro ist sischer!
Bernhard.R 30.09.2012
4. Hoffnungsträger im Rentenalter ?
Dieser Stein verkörpert die alte Schröder SPD. Kein Neuanfang in der Opposition, sondern ein altlastiger Kandidat. Die Strukturen der SPD sind wohl so. Da kommt nix Neues mehr. Vielleicht nach der nächsten Wahl.
LK1 30.09.2012
5. Ist doch egal,
...um an die Fleischtöpfe zurückkehren zu können, ist eine Juniorpartnerschaft völlig ausreichend. Und um mehr geht's doch bei unseren Politprofis nicht. Abgesehen davon, dürfte auch bei 70 Prozent Merkel-Zufriedenheit in der Bevölkerung nicht viel mehr drin sein.
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