Umfrage Viele Berliner haben Verständnis für Mauerbau

War der Bau der Berliner Mauer vor 50 Jahren gerechtfertigt? Auf diese Frage hat laut einer Forsa-Erhebung rund ein Drittel der Hauptstadtbürger mit Ja geantwortet - vor allem frühere Ost-Berliner äußerten Verständnis.


Berlin - Gut ein Drittel der Berliner bewertet den Mauerbau im Jahr 1961 nach wie vor als ganz oder teilweise richtig. Das geht aus einer Forsa-Umfrage im Auftrag der "Berliner Zeitung" hervor. Danach halten zehn Prozent der Berliner die Teilung der Stadt "voll und ganz", weitere 25 Prozent "teilweise" für richtig. 62 Prozent teilten die Meinung allerdings "überhaupt nicht".

Besonders weit verbreitet ist die Verteidigung der Mauer unter früheren Ost-Berlinern, nur 41 Prozent halten sie für falsch. Dagegen lehnen 69 Prozent der früheren West-Berliner und 75 Prozent der seit 1990 zugezogenen Hauptstädter den Bau der Mauer vollkommen ab.

Konkret lautete die Frage: "Teilen Sie die Meinung, dass der Bau der Berliner Mauer aus damaliger Sicht nötig und gerechtfertigt war, um die Abwanderung von Fachkräften aus der DDR zu stoppen und die politische Lage in der DDR und damit auch in Deutschland insgesamt zu stabilisieren?" Auf das größte Einverständnis stieß dieser Satz bei den Anhängern der Linkspartei, vormals PDS beziehungsweise SED. 28 Prozent unter ihnen stimmten voll zu, weitere 46 Prozent teilweise.

hen/dpa/dapd



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