Umfrage Es reicht nicht für Rot-Grün in Schleswig-Holstein

Die Stimmung steht in Schleswig-Holstein auf Wechsel - und trotzdem könnte es eng werden. Einer Umfrage zufolge reicht es derzeit nicht für eine Koalition aus SPD und Grünen, für Schwarz-Gelb schon gar nicht. CDU-Spitzenkandidat de Jager charmiert nun im gegnerischen Lager.
Spitzenkandidaten Albig (li.), Habeck: derzeit noch ein Dritter nötig

Spitzenkandidaten Albig (li.), Habeck: derzeit noch ein Dritter nötig

Foto: dapd

Berlin - Es sind nur noch neun Tage bis zur Landtagswahl in Schleswig-Holstein - und die Spannung steigt. So kurz vor dem Urnengang zeigen Umfragen nämlich keinen klaren Sieger. Weder Rot-Grün noch Schwarz-Gelb verfügen über eine eigene Mehrheit, ergab am Donnerstagabend eine Umfrage von Infratest dimap für die ARD-Tagesthemen. Demnach stehen SPD und Grüne derzeit bei 32 und 13 Prozent. Nur zusammen mit den 4,5 Prozent des Südschleswigschen Wählerverbandes (SSW) - der von der Fünf-Prozent-Klausel befreit ist - kämen sie auf eine Mehrheit der Stimmen.

Die Stimmung im Land steht jedoch eindeutig auf Veränderung. Tatsächlich habe sich die Hälfte der Befragten für eine SPD-geführte Regierung und damit einen Wechsel ausgesprochen, hieß es. Der neue Ministerpräsident hieße dann Torsten Albig. Die Union erreicht der Erhebung zufolge 30 Prozent, die FDP sechs und wäre damit wieder im Landtag vertreten. Die Piraten kämen auf neun und die Linke bliebe mit 2,5 Prozent außen vor.

CDU umgarnt die Grünen

CDU-Spitzenkandidat Jost de Jager spekuliert weiter mit der Bildung eines schwarz-grünen Bündnisses. "Koalitionen werden nicht vor der Wahl geschmiedet, sondern nach der Wahl. Es geht gar nicht darum, ob wir erste oder zweite Präferenz der Grünen sind", sagte de Jager in Kiel.

Die Union wolle jedoch zunächst selbst so stark werden, dass "eine Regierungsbildung ohne uns nicht möglich ist". Dann werde sich mit Sicherheit eine Regierung finden, sagte de Jager. "Zwischen CDU und Grünen gibt es natürlich Trennendes, aber wir haben auch Übereinstimmungen", sagte de Jager.

Als Beispiele für Trennendes nannte er den Weiterbau der Autobahn 20 und die feste Fehmarnbelt-Querung. "Am Ende muss man sehen, ob es zu einer Koalition reicht. Ich glaube aber nicht, dass irgendeine Tür zugeschlagen wäre."

Angesichts der aktuellen Umfragewerte erscheint eine Fortsetzung des seit 2009 regierenden Bündnisses aus CDU und FDP ausgeschlossen. "Wir werden aber einen Koalitionspartner brauchen, der zweistellig ist." Eine Große Koalition sieht de Jager lediglich als Notlösung. "Niemand will aus freien Stücken eine Große Koalition. Sie muss allerdings möglich sein, wenn es nicht anders geht." Ein solches Bündnis habe jedoch "keinen wirklichen Charme".

ler/Reuters/dapd
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