Umfrage Wenig Lust auf Patriotismus

Die von der Union entfachte Patriotismusdebatte zahlt sich für CDU und CSU nicht in Stimmen aus. Weit mehr als die Hälfte der Deutschen hält das Thema für nicht sehr wichtig. Im ZDF-Politbarometer büßte die Union in der politischen Stimmung einen Prozentpunkt ein.

Berlin - Das Thema Patriotismus halten 57 Prozent für ein nicht so wichtiges oder überhaupt nicht wichtiges, 40 Prozent für sehr wichtig oder wichtig. Unabhängig davon sind 75 Prozent aller Befragten der Meinung, dass man als Deutscher genauso stolz auf sein Land sein kann wie andere Nationen, 22 Prozent sind nicht dieser Meinung. Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte vom 7. bis 9. Dezember 1233 Wahlberechtigten.

Auch der Politologe Kurt Sontheimer hatte die Debatte im SPIEGEL-ONLINE-Interview als "vollkommen künstliche Diskussion" bezeichnet. " Das wird ganz schnell wieder verschwinden, das ist ein reiner Parteitagspatriotismus, der keine Folgen haben wird, weder für Deutschland noch für Europa."

Kurz nach dem CDU-Parteitag in Düsseldorf verlor die Union einen Prozentpunkt und kommt in der politischen Stimmung auf 41 Prozent. Wie vor zwei Wochen erreicht die SPD beim ZDF-Politbarometer 32, die Grünen kommen unverändert auf 10 Prozent. Die FDP erreicht 7 (+1) und die PDS 4 Prozent (-1). Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, gäbe es weiterhin eine knappe schwarz-gelbe Mehrheit. Die SPD erreichte nach der längerfristige Trends einbeziehenden Projektion 30 Prozent, die Union 41 Prozent, die Grünen 10, die FDP 7 und die PDS 6 Prozent.

Angela Merkel ist nach ihrer Wiederwahl als CDU-Chefin in Düsseldorf in der Beliebtheitsskala der Politiker einen Platz nach vorne gerückt (von minus 0,1 auf plus 0,5 auf der +5/-5-Skala). Weiterhin auf Platz eins liegt Joschka Fischer (1,8 nach 1,5). Es folgen Friedrich Merz mit 0,9 (0,7), Otto Schily mit 0,8 (0,6), und Gerhard Schröder mit 0,6 (0,5). 34 Prozent aller Befragten glauben, dass CDU/CSU mit Angela Merkel an der Spitze die größeren Chancen bei der nächsten Bundestagswahl haben als mit Edmund Stoiber (zuletzt 27 Prozent). Für Edmund Stoiber votieren hier nur 24 Prozent.