SPIEGEL-Umfrage Führung, Kompetenz, Vision – so denken die Menschen über Baerbock, Laschet und Scholz

Die Union hält die Grünen auf Abstand, Armin Laschet liegt vor Annalena Baerbock und Olaf Scholz. Aber halten die Menschen den CDU-Mann für führungsstark? Und welche Qualitäten hat die Konkurrenz? Die SPIEGEL-Umfrage.
Baerbock, Laschet (auf dem Monitor), Scholz in einer Diskussionsrunde des WDR-Europaforums

Baerbock, Laschet (auf dem Monitor), Scholz in einer Diskussionsrunde des WDR-Europaforums

Foto: Oliver Ziebe / dpa / WDR

Dieser Artikel gehört zum Angebot von SPIEGEL+. Sie können ihn auch ohne Abonnement lesen, weil er Ihnen geschenkt wurde.

Weniger als 100 Tage sind es noch bis zur Bundestagswahl – und von Wechselstimmung ist derzeit nicht viel zu spüren . Nach einem kurzen Zwischenhoch der Grünen ist die Union wieder vorbeigezogen und hält die Konkurrenz aktuell wieder klar auf Abstand. Das zeigt die SPIEGEL-Sonntagsfrage des Meinungsforschungsinstituts Civey.

(Mehr zur Civey-Methodik lesen Sie hier.)

Die SPD wiederum kann noch keinen Boden auf die Grünen gutmachen und verharrt auf Platz drei. Doch die schnellen Stimmungsumschwünge der vergangenen Wochen zeigen: Das Rennen um das Kanzleramt ist längst nicht entschieden. Selbst Olaf Scholz ist nicht chancenlos, vorausgesetzt, die Genossen setzen bald zum Schlussspurt an.

Könnten die Deutschen ihre Regierungschefin oder ihren Regierungschef direkt bestimmen, wäre Scholz aktuell allerdings wie seine Partei weiterhin nur dritte Wahl hinter Laschet und Baerbock. Der CDU-Kanzlerkandidat ist in der Direktwahlfrage vor etwa zwei Wochen an der Grünen-Konkurrentin vorbeigezogen und liegt nun in der Gunst der Wähler vorn, wenn auch nur drei Prozentpunkte.

Zu spät gemeldete Nebeneinkünfte, das enttäuschende Ergebnis bei der Wahl in Sachsen-Anhalt, die irreführenden Angaben in Baerbocks Lebenslauf auf ihrer Website – all das hinterlässt auch Spuren in den Umfragewerten der Kanzlerkandidatin und ihrer Partei.

Wie aber blicken die Deutschen auf das Bewerberfeld? Wo liegen Laschets Stärken? Was zeichnet Baerbock aus? Womit kann Scholz punkten? In Zusammenarbeit mit Civey haben wir die Menschen gefragt, wie sie den jeweiligen Politikstil der Kanzlerkandidatin und -kandidaten einschätzen.

Dabei ergeben sich klare Unterschiede in der Bewertung. Armin Laschet etwa wird von rund 38 Prozent als Mann des Dialogs eingeschätzt. Andere Qualitäten wie etwa Führungsstärke unterstellen ihm die Wähler dagegen deutlich seltener.

Überhaupt Führungsstärke: Gemeinhin gilt diese als wichtiges Kriterium für jemanden, der ein Land regieren soll. Doch die Deutschen sprechen diese Qualität weder Laschet noch Baerbock oder Scholz in besonderem Maße zu.

Der Grünen-Kanzlerkandidatin attestieren die Menschen dagegen vor allem eine »klare Positionierung« und eine »langfristige Vision«.

Schließlich zeigt die Umfrage, dass die Wählerinnen und Wähler dem SPD-Kandidaten mit 36 Prozent die größten Fachkenntnisse zubilligen. Immerhin ist Scholz aktuell als Bundesfinanzminister und Vizekanzler Mitglied der Bundesregierung.

Übrigens: Eine große Zahl zeigte sich in der Umfrage grundsätzlich wenig begeistert von den Qualitäten der jeweiligen Kandidaten. Zwischen 46 und 50 Prozent wollten ihnen überhaupt keine der vorgeschlagenen Eigenschaften attestieren.

mfh
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.