Last-Minute-Zahlen Umfragen sehen Patt zwischen Schwarz-Gelb und Opposition

Das wird eng für Schwarz-Gelb: Unmittelbar vor der Bundestagswahl zeichnet sich keine klare Mehrheit für die Regierung ab, aber auch für die Opposition reicht es nicht - das geht aus Umfragen von Forsa und Allensbach hervor. Bundestagspräsident Lammert kritisierte die vielen Last-Minute-Befragungen.
Last-Minute-Zahlen: Umfragen sehen Patt zwischen Schwarz-Gelb und Opposition

Last-Minute-Zahlen: Umfragen sehen Patt zwischen Schwarz-Gelb und Opposition 

Foto: JOHANNES EISELE/ AFP

Berlin - Wer wird am Sonntag um 18 Uhr jubeln können, wenn die ersten Prognosen für den Ausgang der Bundestagswahl 2013 eintreffen? Aktuelle Umfragen lassen derzeit keinen klaren Favoriten erkennen, versprechen dafür aber reichlich Spannung am Wahlabend.

Zwei Tage vor der Bundestagswahl gibt es einer neuen Erhebung zufolge mit jeweils 45 Prozent ein Patt zwischen dem schwarz-gelben Lager und der Opposition. Das ist das Ergebnis einer am Freitag veröffentlichten Forsa-Umfrage für den Fernsehsender RTL.

Die Union kommt hier auf 40 Prozent und die FDP auf fünf Prozent, was gerade noch für den Einzug in den Bundestag reichen würde.

Die SPD holt 26 Prozent, die Grünen bringen es auf zehn, die Linke auf neun Prozent. Ein Bündnis mit der Linken kommt für die SPD aber ohnehin nicht in Frage. Spitzenkandidat Peer Steinbrück betont dies im "Tagesspiegel" (Samstagsausgabe) noch einmal: "Die Linkspartei ist für die SPD nicht koalitionsfähig, weil diese Partei in wichtigen Politikfeldern völlig indiskutable Positionen vertritt. Jetzt nicht und für die kommende Legislaturperiode nicht."

Die eurokritische Alternative für Deutschland würde mit vier Prozent knapp den Einzug in den Bundestag verpassen. Ebenfalls draußen blieben die Piraten (zwei Prozent). Alle anderen Parteien kommen laut Forsa auf vier Prozent.

Damit bestätigt sich der Trend anderer Umfragen, wonach am Sonntag ein Kopf-an-Kopf-Rennen zu erwarten ist. Im Falle einer Direktwahl würden laut Forsa 54 Prozent Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wählen, 28 Prozent SPD-Kandidat Peer Steinbrück.

Geringfügig andere Zahlen präsentierte das Demoskopie-Institut Allensbach im Auftrag der "FAZ". Dieses sieht die Union bei 39,5 und die FDP bei 5,5 Prozent. Laut der Erhebung käme die SPD auf 27 Prozent, 9 Prozent wären es für die Grünen. Ebenfalls 9 Prozent holt nach der Allensbach-Umfrage die Linke, für Piraten (2 Prozent) und AfD (4,5) reicht es nicht zum Sprung in den Bundestag.

Kurz vor der Wahl hat sich Bundestagspräsident Norbert Lammert kritisch über die Menge an Umfragen in der heißen Phase geäußert. Zum ersten Mal hatte das ZDF vor dieser Wahl mit der Tradition der öffentlich-rechtlichen Sender gebrochen, in den letzten Tagen vor dem Urnengang keine Umfragezahlen mehr zu veröffentlichen. "Die täglichen Wasserstandsmeldungen der jeweils neuen Ergebnisse bis zum Wahltag halte ich nicht für eine Errungenschaft", sagte der CDU-Politiker der "Rheinischen Post". Es bestehe die Gefahr einer "Verwechslung von Umfragen und Wahlergebnissen".

Foto: SPIEGEL ONLINE


Daten zur Umfrage (Forsa):

Stichprobe: 1995 Befragte

Zeitraum: 16. bis 19. September

Statistische Fehlertoleranz: +/-2,5 Prozentpunkte


Daten zur Umfrage (Allensbach):

Stichprobe: 1070 Befragte

Zeitraum: 16. bis 19. September

Statistische Fehlertoleranz: +/-2,5 Prozentpunkte

jok/dpa/Reuters