Umfrage zur Euro-Krise Jeder zweite Deutsche bangt um sein Erspartes

Die Euro-Schuldenkrise verunsichert die Bürger in Deutschland. Jeder Zweite macht sich laut einer aktuellen Umfrage Sorgen um seine Ersparnisse. Trotzdem vertrauen die meisten Deutschen der Kanzlerin: 59 Prozent glauben, Angela Merkel habe richtig gehandelt.

Euro-Münzen: Deutsche haben Angst um ihr Geld
DPA

Euro-Münzen: Deutsche haben Angst um ihr Geld


Berlin - In Zypern stehen die Menschen in Schlangen vor den Geldautomaten - noch immer hat das Parlament den Rettungsplan für das hochverschuldete Euro-Land nicht abgenickt. Die Deutschen reagieren zunehmend verunsichert angesichts der Euro-Schuldenkrise. 48 Prozent - fast jeder Zweite - sorgt sich um seine Ersparnisse. Das ist das Ergebnis des aktuellen ARD-Deutschlandtrends, den Infratest dimap im Auftrag des "Morgenmagazins" erstellt hat.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte zuletzt versucht den Bürgern in Deutschland die Sorge vor Verlusten zu nehmen. Sie erneuerte die Einlagengarantie für Sparer, nachdem Zypern erklärt hatte, auch die Kleinsparer an der Rettung des Landes beteiligen zu wollen, indem sie teilenteignet werden. Ein Plan, der so erst einmal wohl vom Tisch ist.

Doch trotz der Ängste um ihr Geld vertraut die Mehrheit der Deutschen der Kanzlerin. 59 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Merkel in der Krise richtig und entschlossen gehandelt habe. 39 Prozent glauben, dass die Union die Kompetenz hat, die Schuldenkrise in den Griff zu bekommen. Nur für 16 Prozent der Befragten ist die SPD die kompetentere Partei in der Euro-Schuldenkrise. Nach Ansicht von 38 Prozent kann keine der beiden Parteien die Krise managen.

SPD-Parteichef Sigmar Gabriel hatte zuletzt der Kanzlerin auf SPIEGEL ONLINE vorgeworfen, Europas Sparer verraten zu haben. Merkel habe zugelassen, dass die ganze Euro-Zone ins Chaos stürze, sagte der SPD-Vorsitzende. "Das Zypern-Desaster trägt ihre Handschrift."

Patt zwischen Schwarz-Gelb und Rot-Grün

In der aktuellen Sonntagsfrage liegen Schwarz-Gelb und Rot-Grün mittlerweile gleich auf. Eine mögliche Koalition aus SPD und Grünen käme auf 43 Prozent der Wählerstimmen. Es ist dieselbe Prozentzahl, welche die Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP erreichen würde - ein Patt.

Die Umfrageergebnisse des ARD-Deutschlandtrends im Einzelnen: Die Union kommt auf 38 Prozent der Wählerstimmen. Im Vergleich zur Umfrage vom 14. März 2013 verliert sie damit zwei Prozentpunkte. Für die FDP würden sich fünf Prozent entscheiden. Das Ergebnis der Liberalen bleibt damit unverändert.

27 Prozent der Befragten würden der SPD ihre Stimme geben - plus zwei Prozent. Die Grünen erreichen 16 Prozent, die Linke acht Prozent der Stimmen. Den Piraten würden zwei Prozent der Befragten ihre Stimme geben.

Infratest dimap befragte am 19. und 20. März 1008 Bundesbürger. Die Fehlertoleranz liegt zwischen 1,4 und 3,1 Prozent.

heb

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baka42 22.03.2013
1. Alternative für Deutschland
Die Alternative wird alles noch einmal durcheinanderwirbeln. Ich denke, obwohl sie erst im Februar gegründet wurden, und schon so einen Zuwachs haben, dass sie 10-15% bekommen, Wenn sie als Parteiprogramm noch den Internetschutz/Freiheit machen, werden Sie viele Stimmen der Piraten bekommen. Ich bin bereits Mitglied in der "50 partei" und bin 20. Überzeugung zum Euroaustritt.
joG 22.03.2013
2. Deutsche haben viel Erspartes ...
...nie angespart, weil die dm damals zum hohen Wechselkurs in den Euro eingebracht fast eine Dekade Stagnation auslöste mit Millionen Arbeitslosen.
warkeinnickmehrfrei 22.03.2013
3. Naja, wenn ich da an anderer Stelle heute früh lese
(und SPON hinkt bei solchen Dinge ja immer etwas hinterher), dass z.B. Spanien, Neuseeland und GroßBrittanien heimlich still und leise damit begonnen haben die gesetzlichen Vorgaben für einen Rollgriff auf die (Spar-)Guthaben zu schaffen, kann man durchaus auf hier beginnen sich ernsthafte Sorgen zu machen. Eines ist klar: Den Fehler wie in Zypern, nämlich erst zu handeln und dann zu versuchen sich das eigene Vorgehen abnicken zu lassen und Rechtsgrundlagen zu schaffen, begehen unsere "Volksvertreter" allüberall nicht noch einmal. So lernfähig sind sie dann doch.
nurmalso2011 22.03.2013
4. Aha
...wäre gut, wenn man den Bildungsstand derjenigen kennen würde.....
Hilfskraft 22.03.2013
5. Vertrauen nicht auf die Kanzlerin ...
... auf dem gesunden Menschenverstand! Den gibt es nämlich auch noch, wenn auch selten in diesem, Lande.
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