Umfrage zur Hessen-Wahl Koch kann von SPD-Schwäche nicht profitieren

Überraschende Umfrage vor der Hessen-Wahl: Ministerpräsident Koch liegt in der Sympathie der Wähler nur knapp vor SPD-Herausforderer Schäfer-Gümbel. Doch bei den Parteiwerten schwächeln die Genossen weiterhin - und liegen deutlich hinter der CDU.


Wiesbaden - Thorsten Schäfer-Gümbel musste zuletzt viel Häme aushalten - wegen seines Namens, seines Aussehens, und weil er ein enges Vertrauensverhältnisses zu Hessens SPD-Chefin Andrea Ypsilanti pflegt. Selten erntete ein bundesdeutscher Politiker so viel Hohn und Spott wie zuletzt der 39-jährige Sozialdemokrat.

Doch nun hat der hessische SPD-Spitzenkandidat seinen ersten Überraschungserfolg erzielt. In einer Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", von Hitradio FFH und des ZDF liegt er bei den persönlichen Werten nur sieben Punkte hinter Roland Koch. Der CDU-Politiker käme demnach bei einer Direktwahl auf 41 Prozent, Schäfer-Gümbel auf 34 Prozent.

Die restlichen 25 Prozent der Befragten würden keinen der beiden vorziehen oder sagten, es sei ihnen "egal", wer im Januar Ministerpräsident wird. Die Zustimmung zu Koch ist damit genauso hoch wie unmittelbar vor der letzten Landtagswahl im vergangenen Januar.

Dennoch kann Koch auch nach dem Ergebnis der zweiten Umfrage binnen 24 Stunden hoffen, bei der Landtagswahl im Januar eine Mehrheit für sein Wunschbündnis zu erreichen. Würde schon am kommenden Sonntag gewählt, käme die CDU auf 41 und die FDP auf 12 Prozent. Die SPD liegt laut Forschungsgruppe Wahlen bei 26 Prozent, die Grünen kämen auf 12 Prozent.

Die Linkspartei liegt in der aktuellen Umfrage nur bei fünf Prozent und muss um den Wiedereinzug in den Landtag bangen. Nach Angaben der Forschungsgruppe Wahlen sind allerdings 49 Prozent aller Wahlberechtigten noch unentschieden, ob und wen sie wählen sollen.

Wie die Demoskopen berichten, findet eine schwarz-gelbe Koalition derzeit unter den Wählern den stärksten Rückhalt. 47 Prozent seien der Meinung, dass diese Konstellation die beste ist. Die stärkste Ablehnung findet weiterhin ein Linksbündnis aus SPD, Grünen und Linken. Für die Umfrage wurden insgesamt 1145 wahlberechtigte Personen aus Hessen befragt.

cte/AP/AFP/dpa



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.