Umfrage zur NRW-Landtagswahl Linkes Lager überholt Rüttgers

SPD und Grüne holen auf: Die schwarz-gelbe Regierung in Nordrhein-Westfalen kann laut einer aktuellen Umfrage bei den Landtagswahlen im Mai nicht mit einer Mehrheit rechnen. Für CDU-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers wird es nun eng.

Ministerpräsident Rüttgers: Nach einer Umfrage ist die Wahl in NRW völlig offen
dpa

Ministerpräsident Rüttgers: Nach einer Umfrage ist die Wahl in NRW völlig offen


Düsseldorf - Das Rennen um die Regierungsmehrheit im künftigen nordrhein-westfälischen Landtag ist völlig offen: Wenn am kommenden Sonntag Landtagswahl wäre, könnte die SPD laut einer Umfrage des WDR-Fernsehmagazins "Westpol" den Abstand zur CDU verkleinern. Demnach kommt die CDU derzeit auf 36 Prozent. Die SPD holt im Vergleich zur Umfrage im November zwei Punkte auf und liegt bei 32 Prozent.

Drittstärkste Kraft sind derzeit die Grünen mit zwölf Prozent (plus ein Punkt). Die FDP verliert einen Punkt und kommt auf neun Prozent, die Linke auf sechs Prozent (minus zwei Punkte).

Vor drei Tagen konnte die amtierende Regierung laut einer Umfrage noch auf eine hauchdünne Mehrheit hoffen - doch der Mini-Vorsprung ist nun dahin. Die schwarz-gelbe Koalition hätte nach aktuellen Zahlen ihre Mehrheit verloren. Zusammen kommen die Regierungsparteien derzeit nur noch auf 45 Prozent. Ein Bündnis aus SPD, Grünen und Linken liegt dagegen bei 50 Prozent. Rechnerisch wäre auch eine schwarz-grüne Koalition möglich.

Könnten die Wähler den Ministerpräsidenten direkt wählen, würde sich weiterhin eine Mehrheit für den amtierenden Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers (CDU) entscheiden. In der Direktwahl liegt er mit 51 Prozent (minus zwei Punkte) vor seiner Herausforderin Hannelore Kraft (SPD), die auf 38 Prozent (plus sechs Punkte) kommt.

Für den NRW-Trend von "Westpol" hat Infratest dimap in dieser Woche 1000 Wählerinnen und Wähler befragt. In Nordrhein-Westfalen wird am 9. Mai ein neuer Landtag gewählt.

Für die Koalition im Bund ist die Wahl von zentraler Bedeutung. Sollte das schwarz-gelbe Bündnis im Land keine Mehrheit mehr bekommen, wäre auch die Bundesratsmehrheit für die Regierung von Kanzlerin Angela Merkel dahin. Rüttgers betonte erneut, er werde erst nach Ostern in den Wahlkampf einsteigen - und nicht in Zeiten der Krise vier Monate lang Wahlkampf führen, wie dies die Opposition tun wolle.

ore/ddp/AP/dpa



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