Umfrage zur NRW-Landtagswahl Rüttgers muss um Mehrheit bangen

Für Jürgen Rüttgers wird es eng: Der nordrhein-westfälische Regierungschef hat wenige Wochen vor der Landtagswahl in Umfragen keine Mehrheit mit seiner schwarz-gelben Koalition. Viele Wähler wollen lieber Rot-Grün. Bundesweit kann nur die SPD leicht zulegen.

NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers: Schlechte Umfragewerte für die CDU
dpa

NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers: Schlechte Umfragewerte für die CDU


Mainz/Köln - Für Jürgen Rüttgers wird der 9. Mai zum Schicksalstag. Dann entscheiden die Wähler bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen, ob der CDU-Politiker Ministerpräsident bleibt. Seine schwarz-gelbe Koalition könnte er einer aktuellen Umfrage zufolge nicht fortsetzen.

Nach dem ZDF-Politbarometer vom Freitag würde es aber auch nicht für einen Regierungswechsel zu Rot-Grün reichen. Rechnerisch möglich wären nach der Erhebung der Forschungsgruppe Wahlen nur Schwarz-Grün, eine große Koalition aus CDU und SPD oder ein Linksbündnis aus SPD, Grünen und Linkspartei. Aktuell erhielten demnach die CDU 37 Prozent, die SPD 33, die Grünen 12, die FDP 8 und die Linke 6 Prozent.

Gegenüber dem Wahlergebnis von 2005 würde dies Folgendes bedeuten: hohe Verluste für die CDU, nicht ganz so hohe für die SPD, einen kleinen Zuwachs für die FDP, deutliche Gewinne für die Grünen und den erstmaligen Einzug der Linkspartei in den Düsseldorfer Landtag.

Die Regierungskoalition aus CDU und FDP hätte zusammen nur 45 Prozent gegenüber 51 Prozent von SPD, Grünen und Linken. Am beliebtesten unter den insgesamt 1091 Befragten ist mit 42 Prozent noch eine Koalition aus SPD und Grünen, gefolgt von einer großen Koalition aus CDU und SPD mit 39 Prozent. Eine Koalition aus CDU und FDP erfährt mit 31 Prozent nur eine geringfügig stärkere Zustimmung als ein Bündnis aus CDU und Grünen mit 30 Prozent. Eine Regierung aus SPD, Grünen und Linke fänden indes nur 20 Prozent gut.

Nur 39 Prozent wollen Rüttgers als Regierungschef

Allerdings scheint die anstehende Landtagswahl im Bewusstsein der Bevölkerung noch nicht allzu tief verankert zu sein. Auf entsprechende Fragen konnten lediglich 53 Prozent Rüttgers als Spitzenkandidaten der CDU und sogar nur 36 Prozent Hannelore Kraft für die SPD nennen.

Entsprechend niedrig fielen auch die Werte beim bevorzugten Ministerpräsidenten aus. 39 Prozent der Befragten würden lieber Rüttgers als Regierungschef sehen, für die SPD-Landesvorsitzende Kraft sprachen sich 31 Prozent aus. Unter den CDU-Anhängern verfügt Rüttgers mit 72 Prozent über einen größeren Rückhalt als Kraft mit 64 Prozent bei denen der SPD.

Auf die Frage nach einzelnen Eigenschaften der beiden Spitzenkandidaten liegen sie bei den Dimensionen "glaubwürdig" und "sympathisch" praktisch gleichauf: Rüttgers halten 17 Prozent für glaubwürdiger und Kraft 16 Prozent, 38 Prozent sehen keinen Unterschied. Rüttgers finden 22 Prozent sympathischer und Kraft 21 Prozent. Lediglich auf die Frage nach "Sachverstand" liegt Rüttgers mit 27 Prozent klar vor Kraft, der nur 7 Prozent den größeren Sachverstand zubilligen.

Lediglich die SPD legt bundesweit zu

Auch bei einer bundesweiten Umfrage kommt Schwarz-Gelb nicht aus dem Umfragetief. Nur die SPD konnte laut dem ARD-Deutschlandtrend wieder zulegen und käme derzeit auf 27 Prozent. Gegenüber der letzten Erhebung von Infratest Dimap vor 14 Tagen ist das ein Plus von zwei Prozentpunkten.

Union und FDP kämen demnach zusammen auf 44 Prozent und hätten damit keine Mehrheit mehr. Mit 51 Prozent würde es aber für ein Bündnis aus SPD, Grünen und Linken reichen.

Wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre, würden sich der Umfrage zufolge 35 Prozent für CDU und CSU entscheiden, 27 Prozent für die SPD, 14 Prozent für die Grünen, 10 Prozent für die Linkspartei und 9 Prozent für die FDP. Im Vergleich zum letzten ARD-Deutschlandtrend vor zwei Wochen haben Union, FDP und die Linke jeweils einen Prozentpunkt verloren. Die Stimmen für die Grünen blieben unverändert.

mmq/apd/ddp/dpa

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