Umfrageergebnis Wähler wünschen sich Seehofer als CSU-Chef

Beim Parteiestablishment hat er sich unbeliebt gemacht – doch wenn es nach den Wählern in Bayern ginge, hätte Agrarminister Horst Seehofer gute Chancen, der nächste CSU-Chef zu werden. Seinen Rivalen Erwin Huber jedenfalls schlägt er in einer Infratest-Umfrage deutlich.


Hamburg - Nach der am Sonntag veröffentlichten Umfrage für die ARD-Sendung "Bericht aus Berlin" wollen 39 Prozent der Bürger im Freistaat Seehofer Nachfolger Edmund Stoibers an der Parteispitze, den bayerischen Wirtschaftsminister Erwin Huber dagegen nur 23 Prozent. Bei den CSU-Anhängern verfügt Seehofer mit 41 Prozent sogar über einen noch größeren Rückhalt. Die Umfrage ergab weiter eine absolute Mehrheit für die CSU in Bayern.

Seehofer: Bei CSU-Anhängern besonders viel Unterstützung
DDP

Seehofer: Bei CSU-Anhängern besonders viel Unterstützung

Die Regierungspartei konnte nach der Erhebung des Instituts Infratest Dimap ihren Anteil nach dem angekündigten Rücktritt Stoibers noch etwas ausbauen. Wenn an diesem Sonntag in Bayern Landtagswahl gewesen wäre, würden demnach 52 Prozent die CSU wählen, das sind zwei Prozentpunkte mehr als bei einer gleichartigen Befragung am letzten Montag. Die bayerische SPD kann dagegen keinen Gewinn aus den CSU-Querelen schlagen und kommt wie bei der vorigen Umfrage auf 24 Prozent. Die Grünen würden auf neun Prozent kommen (minus zwei Prozentpunkte), die FDP auf sieben Prozent (minus ein Prozentpunkt). Für alle anderen Parteien sprachen sich zusammen acht Prozent aus.

Nur wenige bedauern Stoibers Abschied

Bei der Umfrage unter 1000 Wahlberechtigten in Bayern vom Freitag und Samstag plädierten von allen Befragten 39 Prozent für Seehofer als Parteichef, 23 Prozent für Huber, 5 Prozent für CSU-Landesgruppenchef Peter Ramsauer und 4 Prozent für Bundeswirtschaftsminister Michael Glos vorziehen. Unter den CSU-Anhängern favorisieren 41 Prozent Seehofer, 30 Huber, 5 Prozent Ramsauer und 4 Prozent Glos.

Gefragt wurde auch nach den Presseberichten über Seehofers Privatleben. Dabei vertraten 60 Prozent die Auffassung, dass das Privatleben von Politikern keine Rolle bei der Bewertung ihrer Arbeit spielen sollte. Dass Politiker auch privat ein Vorbild sein sollen, meinten dagegen 37 Prozent.

Den von Stoiber für seinen Rücktritt gewählten Zeitpunkt Ende September halten 44 Prozent der Umfrageteilnehmer in Bayern für gut. 27 Prozent meinen dagegen, er solle früher zurücktreten. 21 Prozent sind der Meinung, Stoiber solle im Amt bleiben. Von den CSU-Anhängern waren 46 Prozent der Meinung, dass der Zeitpunkt für Stoibers Rücktritt im September gut gewählt ist. 18 Prozent meinen, er solle früher zurücktreten und 33 Prozent möchten, dass Stoiber im Amt bleibt.

itz/AP



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