Umfragen Berliner SPD sackt auf Zehnjahrestief

Das Umfragetief der SPD hält an. In Berlin kommen die regierenden Sozialdemokraten auf den schlechtesten Wert seit zehn Jahren, in Mecklenburg-Vorpommern hat sie der Koalitionspartner CDU überholt.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD)
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Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD)


Rund fünf Monate vor den Wahlen verliert die SPD in Berlin bei der Bevölkerung offenbar an Rückhalt. Bei einer Umfrage des Instituts dimap für die "Berliner Morgenpost" und die RBB-"Abendschau" fiel die Partei um den Regierenden Bürgermeister Michael Müller auf 23 Prozent - das ist der schlechteste Wert der SPD in der Hauptstadt seit zehn Jahren.

Laut Wahlrecht.de wurde die Umfrage bereits vor einigen Wochen durchgeführt: Dort wird der Befragungszeitraum 7. bis 11. April 2016 angegeben. Die "Berliner Morgenpost" veröffentlichte die Erhebung an diesem Freitag unter dem Titel "Neue Umfrage" .

Mit Müller, dem Nachfolger von Klaus Wowereit, waren demnach im März nur noch 47 Prozent zufrieden, im Februar waren es noch 49 Prozent gewesen.

Kleiner Trost für die Berliner SPD: Die CDU steht mit 21 Prozent noch schlechter da. Für eine Neuauflage der Großen Koalition reicht es damit nicht mehr. Die Grünen bekamen 17 Prozent bei der Umfrage, Die Linke 16 Prozent. Die rechtspopulistische AfD kommt auf 13 Prozent.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern schwächelt die dort ebenfalls regierende SPD. Gut vier Monate vor der Wahl verloren die Genossen ihre Position als stärkste Partei an die CDU. Wenn bereits an diesem Sonntag gewählt würde, zöge die AfD als drittstärkste Kraft in den Landtag ein, ergab eine Infratest-dimap-Umfrage im Auftrag des NDR.

Demnach würde die kleinere Regierungspartei CDU mit derzeit 24 Prozent ihren Wert der letzten Wahl 2011 (23 Prozent) leicht verbessern. Die Sozialdemokraten von Ministerpräsident Erwin Sellering würden im Vergleich zu damals (35,6 Prozent) auf 22 Prozent abstürzen.

Die AfD käme aus dem Stand auf 18 Prozent. Sie zöge damit vorbei an der Linkspartei mit derzeit 16 Prozent und den Grünen mit acht Prozent. Die FDP würde ebenso wie die NPD mit vier Prozent scheitern.

als/dpa



insgesamt 82 Beiträge
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Duggi 29.04.2016
1. Zehn-Jahres-Tief ?
Wollen wir wetten, dass wir nach der Berlin-Wahl von einem absoluten und historischen Tief für die SPD sprechen werden? ;-)
epiktet2000 29.04.2016
2. Es ist die Agenda 2010!
Genossen, ihr könnt machen, was ihr wollt! Die Agenda 2010 holt euch immer ein, zuletzt mit der Nahles-Verteidigung der Riester-Rente. Ohne Revision der Agenda 2010 kommt ihr nicht mehr auf die Füße. Und Genossen, was soll's? Ihr wart doch schon immer Revisionisten!
ulli7 29.04.2016
3. SPD rekrutiert Kandidat(inn)en weitgehend aus öffentlichem Dienst
Zu Zeiten von Willy Brandt und Helmut Schmidt war die SPD eine große Volkspartei, die von allen Gesellschaftsschichten getragen wurde. Inzwischen stammen die SPD-Kandidaten mehrheitlich aus dem öffentlichen Dienst und haben einen sicheren Arbeitsplatz mit einer auskömmlichen Altersversorgung. Da bezweifeln offenbar ehemalige SPD-Wähler, ob die jetzt aufgestellten SPD-Kandidaten die Sorgen und Nöte der kleinen Angestellten und Selbständigen sowie der Arbeitslosen überhaupt erkennen und dementsprechend politisch handeln.
Havel Pavel 29.04.2016
4. Was sind das für verschlafene Hansels die immer noch SPD wählen?
Mittlerweile müsste es doch auch dr Einfältigste gemerkt haben, dass die SPD die Zeichen der Zeit absolut nicht beachtet und eine Politik fern ab jeder Realität betreibt! Wie kann man eine solche Partei als mündiger und im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte stehender Bürger denn überhaupt noch wählen? Für mich einfach unbegreiflich!
menefregista 29.04.2016
5. Allenfalls noch 10 % drin
Mit 20+ % ist die SPD gemessen an der Glaubwürdigkeit immer noch viel zu hoch bewertet. Ungefähr wie ein High-Tech Aktie an der Börse, wo eine Blase die andere verdrängt. Alles Luft, was die SPD-Leute erzählen, ohne konkret zu sagen, wie die Integration und das ganze Chaos im völlig überschuldeten Berlin finanzieren wollen. Ja, wahrscheinlich durch Finanztransfers aus den "rückstandigem CSU-Land Bayern ", die für Einwanderungsquoten sich stark machen. Im Real-Leben der Politik gehört die SPD unter die 5 % - Marke, mehr ist sie als Partei mit dem Sigi als Frontman nicht wert.
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