Umfragen Merkel und die Union sonnen sich in der Wählergunst

Bundeskanzlerin Merkel und die Union lassen den Koalitionspartner SPD in Umfragen derzeit deutlich hinter sich. Wäre am Sonntag Bundestagswahl, kämen CDU und CSU demnach auf rund 40 Prozent, sieben Prozent mehr als die Sozialdemokraten.


Berlin - Umfragen von ARD und ZDF zufolge können sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Union in der Gunst der Wähler sonnen. Beide Sender ermittelten deutlich steigende Werte für CDU und CSU. Wäre an diesem Sonntag Bundestagswahl, würden sich 40 Prozent der Bundesbürger für die Union entscheiden, hieß es in einer Infratest-dimap-Befragung im Auftrag der ARD. Das wären fünf Prozentpunkte mehr als im Dezember. Das ZDF-Politbarometer kam am Freitag sogar auf 41 Prozent - ein Plus von zwei Punkten. Die SPD, mit der Union Regierungspartei unter Kanzlerin Merkel, kommt in beiden Umfragen auf unverändert 33 Prozent.

Merkel steht derzeit in der Gunst der Deutschen ebenfalls hoch im Kurs. 62 Prozent der Befragten sagten Infratest dimap, sie sei eine gute Kanzlerin. Lediglich elf Prozent sehen dies anders. In der Politbarometer-Rangliste der zehn wichtigsten Politiker in Deutschland liegt Merkel unverändert auf Platz zwei. Vor ihr liegt nur Agrarminister Horst Seehofer (CSU). Den dritten Platz belegt SPD- Chef Matthias Platzeck. Die beiden letzten Plätze gehen an FDP-Chef Guido Westerwelle und den CSU-Vorsitzenden Edmund Stoiber.

Verliererin ist den Umfragen zufolge vor allem die FDP. Bei der ARD-Umfrage büßten die Liberalen drei Prozentpunkte ein und kämen somit nur noch auf sieben Prozent, würde am Sonntag gewählt. Die Forschungsgruppe Wahlen (ZDF) ermittelte einen FDP-Wert von acht Prozent (minus einen Punkt). Die Grünen verloren in beiden Umfragen jeweils einen Punkt und kommen auf acht beziehungsweise sieben Prozent. Unverändert blieb dagegen das Ergebnis der Linkspartei, die in der ARD-Umfrage auf neun Prozent, in der ZDF-Umfrage auf acht Prozent kommt.

Unzufrieden sind die Deutschen laut beiden Umfragen mit der Situation der Familien. So meinten 73 Prozent beim ZDF, dass für Familien zu wenig getan werde. Rund jeder zweite Befragte sei zudem unzufrieden mit den Möglichkeiten, Beruf und Familie zu vereinbaren. In der ARD-Umfrage waren 59 Prozent der Meinung, dass Familien steuerlich mehr entlastet werden müssten. Zur Steigerung der Geburtenrate in Deutschland halten laut ZDF 45 Prozent mehr Ganztags- Einrichtungen für Kinder für Erfolg versprechend.

Infratest dimap befragte für die ARD am 24. und 25. Januar 1000 Bundesbürger. Die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen befragte für das ZDF vom 24. bis 26. Januar 1279 Menschen.



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