Umfragen Neues aus Allensbach

Wenige Tage vor der Bundestagswahl hat das der CDU nahe stehende Meinungsforschungsinstitut Allensbach eine neue Umfrage vorgelegt, die der Union überraschend eine knappe Mehrheit vor der SPD gibt.


Frankfurt am Main - Bei der so genannten Sonntagsfrage legten CDU und CSU im Vergleich zur Vorwoche um 0,3 Punkte auf 37,3 Prozent zu und zogen damit an der unverändert bei 37 Prozent liegenden SPD vorbei. Die Allensbach-Umfrage im Auftrag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" sieht die FDP weiter bei 10,1 Prozent und die Grünen bei 7,2 Prozent (- 0,1). Die PDS fällt danach mit 4,4 Prozent (-0,5) weit unter die Fünf-Prozent-Marke; daher würde es darauf ankommen, ob die PDS drei Direktmandate gewinnen kann.

In den Umfragen anderer Institute war die SPD an der Union vorbeigezogen. Laut Allensbach verstärken der knappe Vorsprung von Schwarz-Gelb und der Rückgang der PDS vor allem in Ostdeutschland zusammen die Aussichten für Union und FDP, im Parlament gemeinsam eine Kanzlermehrheit an Mandaten zu erreichen. Für die Umfrage wurden nach Angaben der "FAZ" rund 2000 Interviews zwischen dem 6. und 15. September geführt.

Das Allensbach-Institut hatte in jüngster Zeit immer wieder Umfragedaten vorgelegt, die von den Ergebnissen anderer Meinungsforscher abwichen. Zwischen Allensbach und der "FAZ" soll es kürzlich darüber zu einem Streit gekommen sein. Bei der Umfrage vom 11. September sah das Institut dann plötzlich Union und SPD gleichauf. Drei Wochen zuvor hatte Allensbach die Sozialdemokraten gerade mal bei 32,8 Prozent und die Union bei 39,8 gesehen, während Forsa und die Forschungsgruppe Wahlen die SPD schon damals bei 38 Prozent einstuften.

Nach Angaben von Forsa gehen unterdessen 56 Prozent der Befragten nicht davon aus, dass CDU/CSU durch das Thema Zuwanderung zusätzlich Stimmen gewinnen kann. 36 Prozent erwarten aber, dass die Union ihre Wahlchancen verbessert hat. Besonders groß ist die Skepsis bei Anhängern der Grünen und FDP, heißt es in der Umfrage, die im Auftrag der "Financial Times Deutschland" erstellt wurde. Doch auch Anhänger der Union sind geteilter Meinung: 47 Prozent glauben, CDU/CSU profitieren davon, aber genauso viele sind nicht davon überzeugt. Befragt wurden am 16. September 1009 Personen.



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