SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

18. März 2011, 11:24 Uhr

Umfragen

Rot-Grün in Stuttgart und Mainz möglich

Die Atomkatastrophe in Japan beschert der CDU von Regierungschef Mappus in Baden-Württemberg offenbar Umfrageverluste. Eine Woche vor der Landtagswahl rutschte die Union unter 40 Prozent. Wie in Rheinland-Pfalz ist damit auch im Ländle eine rot-grüne Koalition möglich.

Mainz/Stuttgart - In Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sind laut Umfragen rot-grüne Koalitionen möglich. Rund eine Woche vor den Wahlen in beiden Bundesländern schneiden die Grünen gut ab. Sie profitieren offenbar von der neuen AKW-Debatte nach der Katastrophe in Japan. Laut dem ZDF-"Politbarometer" liegen die Grünen mit ihrem Fraktionschef Winfried Kretschmann bei 25 Prozent. Sie könnten damit sogar den Ministerpräsidenten stellen, da die SPD bei 22,5 Prozent liegt.

Die CDU sackt in der Umfrage auf 38 Prozent ab. Die FDP muss mit fünf Prozent um den Einzug in den Landtag bangen. Die Linken würden mit 4,5 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Eine rot-grüne Koalition wird der Umfrage zufolge in Baden-Württemberg von den Wählern bevorzugt. So fänden 46 Prozent ein Bündnis von SPD und Grünen gut, wohingegen eine schwarz-gelbe Regierung nur 31 Prozent gut fänden.

In Stuttgart regieren CDU und FDP derzeit unter Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU). Er muss sich mit SPD-Spitzenkandidat Nils Schmid und Kretschmann gleich zwei Herausforderern stellen. Bei der Frage, wen sie lieber als Ministerpräsidenten hätten, liegt Schmid mit 37 Prozent vor Mappus mit 33 Prozent. Im direkten Vergleich mit Kretschmann liegt Mappus dagegen mit 37 Prozent vor seinem Herausforderer von den Grünen, der auf 32 Prozent kommt.

Auch nach dem am Donnerstagabend veröffentlichten ARD-Deutschlandtrend ist in Baden-Württemberg ein Regierungswechsel möglich. In der Sonntagsfrage kommt die CDU auf 39 Prozent. Die Grünen erreichen 24 und die SPD 22 Prozent. Die FDP liegt bei 5,5 Prozent, die Linken bei 4,5 Prozent.

In Rheinland-Pfalz zeichnet sich eine klare Mehrheit für Rot-Grün ab. Beim "Politbarometer" liegt die CDU mit 35 Prozent knapp hinter der SPD. Die FDP muss mit fünf Prozent auch in Mainz um den Einzug in den Landtag fürchten. Die Linken würden mit vier Prozent den Sprung ins Parlament verpassen. Damit hätten SPD (37 Prozent) und Grüne (13 Prozent) eine deutliche Mehrheit.

In Rheinland-Pfalz regiert die SPD derzeit allein unter Ministerpräsident Kurt Beck. Er liegt der Umfrage zufolge im direkten Vergleich vor seiner CDU-Herausforderin Julia Klöckner. Für Beck als Ministerpräsident sprechen sich 51 Prozent aus, für Klöckner nur 36 Prozent.

Im ARD-Deutschlandtrend liefern sich SPD und CDU zwar ein Kopf-an-Kopf-Rennen, aber zusammen mit den Grünen kann die SPD auch in dieser Umfrage auf eine Mehrheit hoffen. In der Sonntagsfrage liegen SPD und CDU bei jeweils 36 Prozent. Die Grünen erreichen 13 Prozent. Die FDP mit fünf und die Linken mit vier Prozent müssen um den Einzug in den Landtag bangen.

Die Debatte um die Atomenergie beeinflusst in beiden Ländern die Wahlentscheidung. In Baden-Württemberg sagen laut ZDF-Politbarometer 68 Prozent, dass das Thema einen wichtigen Einfluss auf ihre Entscheidung hat. In Rheinland-Pfalz sind es 58 Prozent. Die größte Kompetenz wird dabei jeweils den Grünen zugesprochen. In Baden-Württemberg erreichen sie einen Wert von 47 Prozent, in Rheinland-Pfalz von 39 Prozent.

als/Reuters

URL:

Verwandte Artikel:

Mehr im Internet


© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung