Umstrittene Kampagne Merkel hinter Gittern

Die Jungen Liberalen (JuLis) Nordrhein-Westfalen haben ein Plakat entworfen, das Bundeskanzlerin Angela Merkel hinter Gittern zeigt. Kritik gibt es umgehend aus der Jungen Union: JU-Vorsitzender Philipp Mißfelder kritisierte das Plakat als "dumm und dreist".

Düsseldorf - Die Fotomontage der FDP-Jugendorganisation trägt den Titel "Persönliche Haftung der Politiker für verfassungswidrigen Schuldenwahnsinn" und lässt Merkel mittels einer Sprechblase sagen: "Es sind doch bloß 1,51 Billionen Euro." Das Plakat soll noch in diesem Monat in NRW-Kommunen geklebt werden. Marcel Hafke, 24-jähriger JuLi-Landesvorsitzender, fordert: "Parlamentarier müssen endlich für Staatsschulden persönlich gerade stehen."

Auffällig ist, dass die Kampagne in einem Landesverband entwickelt wurde, in dem die FDP selbst an der Regierung beteiligt ist. Auch der von der schwarz-gelben Koalition beschlossene Landeshaushalt sei verfassungswidrig, da die Neuverschuldung die Investitionen übertreffe, kritisiert Hafke. Nur wenn solche Verstöße für die Politiker harte Strafen zur Folge hätten, könne der extremen Neuverschuldung Einhalt geboten werden. JU-Chef Mißfelder, 26, sagte zu SPIEGEL ONLINE: "Das Plakat ist dumm und dreist. Ich hätte den Jungen Liberalen mehr Kreativität zugetraut." Von den Jusos, Nachwuchsorganisation der SPD, gab es keine Stellungnahme zu dem "Verbrecher-Plakat". Auf Anfrage hieß es: "Wir kommentieren grundsätzlich keine Plakate anderer Jugendverbände."

ct/dpa