Rüstungsgeschäfte Algerien will deutsche Panzer bauen

1200 "Fuchs"-Radpanzer sollen in den kommenden zehn Jahren von einer Rheinmetall-Tochterfirma in Algerien hergestellt werden - angeblich nur für den Bedarf in dem Land. Doch die Rüstungsgeschäfte sind umstritten. Kritiker fürchten, die Fahrzeuge könnten leicht ins Bürgerkriegsland Mali gelangen.
"Fuchs"-Panzer in Afghanistan: Umstrittene Rüstungsgeschäfte

"Fuchs"-Panzer in Afghanistan: Umstrittene Rüstungsgeschäfte

Foto: dapd

Hamburg - Die deutschen Rüstungsgeschäfte mit Algerien sind umfangreicher als bekannt. Die Bundesregierung rechnet damit, dass eine Rheinmetall-Tochterfirma in den kommenden zehn Jahren bis zu 1200 "Fuchs"-Radpanzer in dem nordafrikanischen Land herstellen will - angeblich nur für den algerischen Bedarf.

Zusätzlich genehmigte die Bundesregierung seit Anfang 2011 die Lieferung von 54 "Fuchs"-Panzern für 195 Millionen Euro sowie Geländewagen und Lkw im Wert von 286 Millionen Euro. Im Jahre 2010 hatte Berlin lediglich Rüstungsgeschäfte von 19,8 Millionen Euro bewilligt.

Zur Absicherung der Lieferung von zwei Fregatten genehmigte der Bund eine Hermes-Bürgschaft über 2,13 Milliarden Euro. Der Handel mit Algerien ist umstritten. Es sei unverantwortlich, so Linken-Abgeordneter Jan van Aken, "mitten im Arabischen Frühling Algerien hochzurüsten". Er fürchtet auch, die "Fuchs"-Panzer könnten ins Bürgerkriegsland Mali gelangen.

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