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17. August 2010, 07:14 Uhr

Umweltminister

Röttgen kämpft um CDU-Vorsitz in NRW

Der Machtkampf in der nordrhein-westfälischen CDU spitzt sich zu: Umweltminister Norbert Röttgen will Zeitungsberichten zufolge für den Parteivorsitz kandidieren - und gegen den früheren NRW-Integrationsminister Armin Laschet antreten.

Düsseldorf - Wer wird der neue Chef des größten CDU-Landesverbandes? In Nordrhein-Westfalen zeichnet sich eine Kampfkandidatur um die Nachfolge für den scheidenden CDU-Landesvorsitzenden Jürgen Rüttgers ab.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen will laut Berichten der "Süddeutschen Zeitung" und der "Bild"-Zeitung für den Parteiposten kandidieren. Röttgen habe bereits Rüttgers und auch seinen Kontrahenten Armin Laschet informiert, hieß es in den Berichten unter Berufung auf Parteikreise.

Der SPIEGEL hatte bereits am Montag berichtet, dass Vertraute Röttgens von einer Kandidatur des Ministers in NRW gesprochen hatten.

Der frühere NRW-Integrationsminister Laschet war bisher der einzige Kandidat für die Nachfolge von Rüttgers. Er hat für seine Kandidatur die Unterstützung des Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion, Karl-Josef Laumann, und des Landesgeneralsekretärs Andreas Krautscheid. Auch mehrere Bezirksvorsitzende der NRW-CDU hatten sich für Laschet ausgesprochen.

Röttgen will sich der "Bild"-Zeitung zufolge am Mittwoch in Düsseldorf offiziell zu seiner Kandidatur äußern. Er habe außerdem einen Brief an alle Entscheidungsträger der Landes-CDU geschickt. Ein Parteisprecher in Düsseldorf erklärte, er könne zu der Meldung nichts sagen.

Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge plant die Partei nun, mehrere Regionalkonferenzen abzuhalten, bei denen sowohl Röttgen als auch Laschet auftreten sollen. Nach diesen Konferenzen könnten die 160.000 CDU-Mitglieder in NRW entscheiden, wer ihre Partei künftig führen solle.

Die Unterstützer Röttgens hatten eine Beteiligung der Parteimitglieder an der Personalentscheidung für den Fall gefordert, dass es mehrere Kandidaten geben sollte. Auch Laschet hatte dafür geworben, die Parteibasis über die Nachfolge von Rüttgers entscheiden zu lassen: "Wer CDU pur will, muss die Mitglieder des größten Landesverbandes bei Neuanfang beteiligen. Sie wissen, wie die Wähler denken", hatte Laschet Ende Juli dem SPIEGEL gesagt.

Der CDU-Landesvorstand will am 30. August das Verfahren für die Wahl des Vorsitzenden festlegen.

Laschet war bis zur Wahl im Mai 2010 nordrhein-westfälischer Integrationsminister. Nach dem Machtverlust der CDU hatte er sich um den Fraktionsvorsitz im Landtag bemüht, unterlag Laumann aber knapp.

Im Falle seiner Wahl will Laschet auch CDU-Bundesvize werden. "Das Amt des stellvertretenden Bundesvorsitzenden war immer eine kraftvolle Rückendeckung für den NRW-Landesvorsitzenden", sagte Laschet dem SPIEGEL. Der 45-jährige Röttgen ist seit September 2009 Bundesumweltminister.

hen/dpa/Reuters/AFP

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