Umweltminister Röttgen kämpft um CDU-Vorsitz in NRW

Der Machtkampf in der nordrhein-westfälischen CDU spitzt sich zu: Umweltminister Norbert Röttgen will Zeitungsberichten zufolge für den Parteivorsitz kandidieren - und gegen den früheren NRW-Integrationsminister Armin Laschet antreten.

Norbert Röttgen: Wird der Umweltminister neuer Chef der NRW-CDU?
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Norbert Röttgen: Wird der Umweltminister neuer Chef der NRW-CDU?


Düsseldorf - Wer wird der neue Chef des größten CDU-Landesverbandes? In Nordrhein-Westfalen zeichnet sich eine Kampfkandidatur um die Nachfolge für den scheidenden CDU-Landesvorsitzenden Jürgen Rüttgers ab.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen will laut Berichten der "Süddeutschen Zeitung" und der "Bild"-Zeitung für den Parteiposten kandidieren. Röttgen habe bereits Rüttgers und auch seinen Kontrahenten Armin Laschet informiert, hieß es in den Berichten unter Berufung auf Parteikreise.

Der SPIEGEL hatte bereits am Montag berichtet, dass Vertraute Röttgens von einer Kandidatur des Ministers in NRW gesprochen hatten.

Der frühere NRW-Integrationsminister Laschet war bisher der einzige Kandidat für die Nachfolge von Rüttgers. Er hat für seine Kandidatur die Unterstützung des Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion, Karl-Josef Laumann, und des Landesgeneralsekretärs Andreas Krautscheid. Auch mehrere Bezirksvorsitzende der NRW-CDU hatten sich für Laschet ausgesprochen.

Röttgen will sich der "Bild"-Zeitung zufolge am Mittwoch in Düsseldorf offiziell zu seiner Kandidatur äußern. Er habe außerdem einen Brief an alle Entscheidungsträger der Landes-CDU geschickt. Ein Parteisprecher in Düsseldorf erklärte, er könne zu der Meldung nichts sagen.

Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge plant die Partei nun, mehrere Regionalkonferenzen abzuhalten, bei denen sowohl Röttgen als auch Laschet auftreten sollen. Nach diesen Konferenzen könnten die 160.000 CDU-Mitglieder in NRW entscheiden, wer ihre Partei künftig führen solle.

Die Unterstützer Röttgens hatten eine Beteiligung der Parteimitglieder an der Personalentscheidung für den Fall gefordert, dass es mehrere Kandidaten geben sollte. Auch Laschet hatte dafür geworben, die Parteibasis über die Nachfolge von Rüttgers entscheiden zu lassen: "Wer CDU pur will, muss die Mitglieder des größten Landesverbandes bei Neuanfang beteiligen. Sie wissen, wie die Wähler denken", hatte Laschet Ende Juli dem SPIEGEL gesagt.

Der CDU-Landesvorstand will am 30. August das Verfahren für die Wahl des Vorsitzenden festlegen.

Laschet war bis zur Wahl im Mai 2010 nordrhein-westfälischer Integrationsminister. Nach dem Machtverlust der CDU hatte er sich um den Fraktionsvorsitz im Landtag bemüht, unterlag Laumann aber knapp.

Im Falle seiner Wahl will Laschet auch CDU-Bundesvize werden. "Das Amt des stellvertretenden Bundesvorsitzenden war immer eine kraftvolle Rückendeckung für den NRW-Landesvorsitzenden", sagte Laschet dem SPIEGEL. Der 45-jährige Röttgen ist seit September 2009 Bundesumweltminister.

hen/dpa/Reuters/AFP



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herbert 17.08.2010
1. Worte wehen, Taten stehen !
Die Bundesbürger sind es restlos leid, wenn die Politiker eine Postenschieberei veranstallten. Es geht hier um Macht und persönliche Profilneurose. Ob nun Röttgen oder Lasche, die Bürger wollen wissen wie es für sie weitergeht und wie ihre Zukunft ist. KLare Aussagen und Worte, die auch eingehalten werden sind wichtig und kein Parteienklüngel, der da jetzt läuft. Eine CDU wird nur überleben, wenn sie den Zeitgeist erkannt hat und nicht wie jetzt, mit der mittelalterlichen Muff und Vatikanpartei CSU wie im politischen Museum lebt und regiert.
Beutz 17.08.2010
2. .
Die CDU nimmt Fahrt auf... und konzentriert sich auf das Dasein als Splitterpartei in NRW. Liebe Grüße.
W.S.Noack 17.08.2010
3. Untragbarer CDU-Bundesminister auf Jagd nach Amt in Landepartei
Bundesminister Röttgen gehört einer wirtschaftsfreundlichen Partei und eine von den deutschen Banken sowie der Atomlobby gesponserten Koalitionsregierung an. Weil er sich mit seinen Vorschlägen noch unbeliebter bei CDU-Herrscherin Merkel und deren Regierwaibsen gemacht hat als Doktor jur. Guido SchWesterwelle und seine FDP-Chaoten, muss er nunmehr seinen überbezahlten Ministerstuhl im schwarzgelben Bundeskabinett räumen und versuchen als Nachfolger des glücklos gewordenen Doktor jur. Rüttgers in NRW an Stelle von Laschet und dessen Konkurrenten die CDU wieder an die Macht zu bringen. Ob er das trotz des Absturzes der noch glückloseren NRW-FDP auf unter 3% der Wählerstimmen, die Grünen oder die S(chrumpf)-PD zum Erhalt des Amtes des NRW-Regierungschefs schafft? Bei denen muss er auf sofortigen Ausstieg aus den Kerneregiegewinnung bestehen, auch wenn die CDU-FDP-Sponsoren noch so sehr dagegen sind.
Kampfbuckler, 17.08.2010
4. Röttgen, Laschet,SPD-Kraft
da passt kein Blatt Papier zwischen die Drei. Nach der altenativlosen Finanzpolitik bekommt der Bürger jetzt auch noch die alternativlose Wahl, es sei denn nicht wählen. Die Nichtwähler werden auch immer mehr
Emil Peisker 17.08.2010
5. Kampfparolen
Zitat von Kampfbucklerda passt kein Blatt Papier zwischen die Drei. Nach der altenativlosen Finanzpolitik bekommt der Bürger jetzt auch noch die alternativlose Wahl, es sei denn nicht wählen. Die Nichtwähler werden auch immer mehr
Ihre Kampfparolen sind wertlose Agitation. Zwischen Kraft und Röttgen liegen erhebliche politische Distanzen. Sie allerdings, halten alle Parteien neben der Linken für Einheitsbrei. Das liegt an Ihrem Standpunkt. Sie sind meilenweit von der Realität entfernt, da fällt es schon mal schwer Details zu erkennen.
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