Verkehr Linnemann wirft Umweltministerin Umweltverschmutzung vor

Unionsfraktionsvize Linnemann attackiert Umweltministerin Schulze: Sie sei mitverantwortlich, dass die CO2-Emissionen im Verkehr steigen. Seine Begründung ist eigenwillig.
Linnemann

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Foto: Roland Krivec/ DeFodi Images/ imago images

In der schwarz-roten Koalition verschärft sich der Streit um eine sinnvolle Verkehrspolitik. Nachdem Bundesumweltministerin Svenja Schulze die Bürger aufgefordert hat, sparsamere Autos zu kaufen, erhebt Unionsfraktionsvize Carsten Linnemann nun schwere Vorwürfe gegen seine SPD-Kollegin.

"Es ist schon fast zynisch, dass ausgerechnet die Umweltministerin den deutschen Autofahrern Ratschläge gibt", sagte Linnemann der Nachrichtenagentur dpa. Ihr Ministerium habe schließlich die Deutsche Umwelthilfe (DUH) bei der Aufdeckung des sogenannten Dieselskandals unterstützt. Die DUH aber habe aus einem Betrugsskandal in der Wirtschaft letztlich einen "angeblichen Dieselskandal gemacht". Auch weil die klimaschonende Technologie nun unter Generalverdacht stehe, stiegen die CO2-Emissionen im Verkehrssektor.

Laut einer Auswertung der Denkfabrik Agora Energiewende  wurden in Deutschland 2019 mehr als 50 Millionen Tonnen weniger Kohlendioxid (CO2) ausgestoßen als im Jahr zuvor. Die Treibhausgasreduktion gehe allerdings fast ausschließlich auf den Stromsektor zurück. Im Bereich Verkehr seien die Emissionen sogar gestiegen, hieß es.

Schulze hatte Autofahrer nach Erscheinen der Studie zu mehr Disziplin ermahnt. "Wir fahren alle dickere Autos in Deutschland", sagte sie dem Rundfunk Berlin-Brandenburg. "Diesen Trend müssen wir jetzt in den Griff bekommen."

Linnemann kritisierte, gerade das Umweltministerium habe sich gegen eine Integration des deutschen Verkehrssektors in den EU-Emissionshandel gesperrt. "Jetzt sinken die Emissionen nur in der Industrie und im Energiesektor, in jenen Sektoren also, die schon Teil des EU-Emissionshandels sind." Das Umweltministerium solle seine Blockade gegen eine wirklich europäische Klimapolitik aufgeben. "Das Klima kennt keine Sektor- und Ländergrenzen, gute Klimapolitik auch nicht."

ssu/dpa-AFX
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