Umweltministerium Bürger sollen mit neuer Tonne mehr Müll trennen

Die Bundesbürger sollen künftig noch mehr Müll trennen - und zwar neben Glas und Papier auch Haushalts-Wertstoffe aus Metall. Einem Gesetzentwurf aus dem Bundesumweltministerium zufolge könnten solche Wertstofftonnen ab 2015 aufgestellt werden - und das Ende der gelben Tonne bedeuten.

Mülltonnen in Potsdam: Die gelbe Tonne steht vielleicht vor dem Aus
ddp

Mülltonnen in Potsdam: Die gelbe Tonne steht vielleicht vor dem Aus


Berlin - Weniger Müll, mehr Recycling. Das ist der Plan des Bundesumweltministeriums. Gelingen soll das mit einer neuen Wertstofftonne. Der erste Arbeitsentwurf der Behörde für ein Gesetz zur Neuordnung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallrechts wurde am Montag bekannt. Danach soll die neue Wertstofftonne von Anfang 2015 an aufgestellt werden, berichtet die Deutschen Presse-Agentur aus dem ihr vorliegenden Entwurf.

Eine solche Tonne könnte nach Einschätzung aus der Abfallbeseitigungs-Branche an die Stelle der gelben Tonne treten und neben Kunststoffen auch Metalle sowie eventuell kleine Elektrogeräte und Holz-Wertstoffe aufnehmen. Der Recycling-Anteil soll von jetzt 63 Prozent bis zum 1. Januar 2020 auf dann mindestens 65 Prozent erhöht werden. Die Landesbehörden sollen dem Bundesministerium jährlich bis zum 30. Juni eine nachprüfbare Dokumentation über das erreichte Wiederverwertungs-Volumen liefern. Mit dem Gesetz wird teilweise eine EU-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt, was bis Ende des Jahres erledigt sein muss.

Der Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Rohstoffwirtschaft (BDE) nahm den Entwurf "verhalten positiv" auf. "Wir begrüßen, dass die stoffliche Verwertung von Abfällen den Vorrang gegenüber der Verbrennung haben soll. Wir wünschen uns hierzu aber noch eine stärkere Präzisierung", sagte BDE-Präsident Peter Kurth. "Der Gesetzentwurf ist der Einstieg in ein neues Verständnis der Rohstoff- und Ressourcen-Wirtschaft in Deutschland." Jedoch gebe es "noch erheblichen Korrekturbedarf".

Der Verband unterstützte ausdrücklich die geplante Einführung der Wertstofftonne in Deutschland und die Erhöhung der Recyclingquoten. Allerdings sei in Sachen Recyclingquoten noch wesentlich mehr möglich. Die Steigerung der Recyclingquote von 63 auf 65 Prozent im Jahr 2020 sei nicht ambitioniert genug. "Wir plädieren dafür, die Recyclingquote bei 80 bis 85 Prozent festzuschreiben."

Das Gesetz bietet in seiner bisherigen Fassung aber auch weiter Konfliktstoff zwischen privaten und kommunalen Entsorgern. Bei getrennt gesammelten Abfällen dürfe es keinen Erstzugriff der Kommunen geben, forderte Kurtz. "Hier muss das Gesetz klar die gewerbliche Sammlung festschreiben. Alles andere wäre eine Rolle rückwärts gegenüber der (EU-)Abfallrahmenrichtlinie und das Gegenteil von fairem Wettbewerb. Das kann nicht gewollt sein."

ler/dpa



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Seite 1
Newspeak, 01.03.2010
1. ...
"Die Steigerung der Recyclingquote von 63 auf 65 Prozent im Jahr 2020 sei nicht ambitioniert genug. "Wir plädieren dafür, die Recyclingquote bei 80 bis 85 Prozent festzuschreiben." " Wieviel kostet eine Steigerung der Recyclingquote um zwei Prozentpunkte und wieviel nutzt sie? Und wem nutzt sie - der Umwelt oder der Müllmafia (offiziell: Duales System Deutschland)? Wird überhaupt mal wissenschaftlich einwandfrei nachgeprüft, ob die in Deutschland praktizierte Mülltrennung sinnvoll ist? Angeblich kann man den Müll professionell/maschinell genausogut oder besser trennen, angeblich wird auch getrennter Müll zusammen verbrannt oder ins Ausland exportiert, sicher ist jedoch, daß es Hausfrauen gibt, deren Müll (Joghurtbecher u.ä.) genausogut gespült wird, wie sonstiges Geschirr, d.h. erhebliche Kosten bei Energie und Wasserverbrauch entstehen. Lohnt es sich dann überhaupt, Müll zu trennen, oder soll man es einfach nur deshalb machen, weil das gut zur Natur-romantisch-verklärenden ökofaschistischen Ideologie passt?
m-pesch, 01.03.2010
2. ...
Zitat von sysopDie Bundesbürger sollen künftig noch mehr Müll trennen - und zwar neben Glas und Papier auch Haushalts-Wertstoffe aus Metall. Einem Gesetzentwurf aus dem Bundesumweltministerium zufolge könnten solche Wertstofftonnen ab 2015 aufgestellt werden - und das Ende der gelben Tonne bedeuten. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,681107,00.html
Neue Sortieranlagen machen diese Trennerei vollkommen überflüssig zumal hier in NRW über 90% des sortierten Kunststoffs eh in einer der überdimensionierten Müllverbrennungsanlagen landet. Aber die Entsorger werden sich diese Lizenz zum Gelddrucken niemals kampflos abnehmen lassen. Ist doch toll der blöde Verbraucher zahlt mit dem Kaufpreis 1 € pro Kilo Plastikverpackung sortiert es schön säuberlich in die Gelbe Tonne und dann wird es für 140 € pro Tonne in der Müllverbrennungsanlage abgeliefert. Mehr Geld kann man mit Scheiße nicht verdienen.
Eimsbüttler 01.03.2010
3. geistiger Müll
Zitat von sysopDie Bundesbürger sollen künftig noch mehr Müll trennen - und zwar neben Glas und Papier auch Haushalts-Wertstoffe aus Metall. Einem Gesetzentwurf aus dem Bundesumweltministerium zufolge könnten solche Wertstofftonnen ab 2015 aufgestellt werden - und das Ende der gelben Tonne bedeuten. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,681107,00.html
Irgendwann ist es an der Zeit, auch in den Parlamenten Wertstofftonnen zur Trennung des geistigen Mülls aufzustellen
sic tacuisses 01.03.2010
4. Volltreffer
Zitat von m-peschNeue Sortieranlagen machen diese Trennerei vollkommen überflüssig zumal hier in NRW über 90% des sortierten Kunststoffs eh in einer der überdimensionierten Müllverbrennungsanlagen landet. Aber die Entsorger werden sich diese Lizenz zum Gelddrucken niemals kampflos abnehmen lassen. Ist doch toll der blöde Verbraucher zahlt mit dem Kaufpreis 1 € pro Kilo Plastikverpackung sortiert es schön säuberlich in die Gelbe Tonne und dann wird es für 140 € pro Tonne in der Müllverbrennungsanlage abgeliefert. Mehr Geld kann man mit Scheiße nicht verdienen.
ausserdem gibt es solche Tonnen schon mehr als 10 Jahre. In Rhld. Pfalz. Aber auch da stellt man es als grossen Erfolg "interkommunaler Zusammenarbeit" heraus, wenn erst der Müll aufwendig in Gemeinden gesammelt wird, nach Koblenz transportiert und anschliessend zur Müllverbrennung nach Köln geht. Der kriminelle Trinekens und der Kölner Klüngel lassen herzlich grüssen. So macht man aus Scheisse Geld.
teopred2 01.03.2010
5. Neuer Betrug, aber nix neues
Ich habe so viele gelbe Säcke in Hochcontainern auf normalen Deponien verschwinden sehen, das war gigantisch. Mir hats das Verständnis für den Grünen Üunkt aber sowas von abgerollt... Bei der Deponie unterhalb Goldenbergwerk bei Hürth-Berrenrath z.B. Die können mich im Arsche lecken, das war staatsorganisatorischer Betrug am Bürger. Und ja, dort habe ich gearbeitet auf der Gasfassung der Deponie, könnte es aufgrund Unterlagen aus 93/94 sogar böswillig beweisen :-) Nur Verarsche, leider teuer, aber nicht mit mir. Punkt!
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